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4 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 3
Entstehung
Seite
452
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stark und majestätisch sey, was sich nur irgend nachmateriellen Bedingungen des Raumes darein fügen will.Ja, es fodert seiner Natur nach die möglichste Fülleund Gedrängtheit, und Bürgers Sonette scheinen mirnicht genug gediegnen Gedankengehalt zu haben, um demNachdruck ihrer Form ganz zu entsprechen. Auch diebei den meisten getroffene Wahl der fünffüßigen Tro-chäen statt der eilfsylbigen Verse oder sogenannten Jam-ben, worin er fleißige Nachfolge gefunden, ist ein Fehl-griff; was jedoch nur aus der Theorie des Sonettes,auf die ich hier nicht näher eingehen kann, sich einleuch-tend darthun läßt.

Es ist nun noch übrig, etwas von Bürgers Ueber-setzungen und dem Charakter seiner Prosa zu sagen.Unter jenen ist seine Arbeit am Homer die wichtigste:er hat sie früh unternommen und lange dabei ausge-harrt. Ueber sein erstes Vorhaben, die Ilias zu jam-bisiren, hat er selbst in der Folge das nöthige gesagt.Die Gründe, womit er es in jugendlichem Eifer ver-theidigte, können jetzt, nach den Fortschritten unsererSprache in der rhythmischen Verskunst, und nach derEntwickelung richtigerer Begriffe vom epischen Gedicht,niemanden mehr aufhalten: doch ist es interessant zusehen, wie damals Punkte zweifelhaft schienen, über dieder Erfolg nun so siegreich entschieden hat, und welcheStufen die poetische Uebersetzungskunst durchgehen mußte,um auf die jetzige zu gelangen. Auch die jambischenProben sind für das Studium der Sprache und um zusehen, wie sich Bürger bei einer solchen Aufgabe aus demHandel gezogen, immer noch lehrreich.