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4 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 3
Entstehung
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künstlerisches Beginnen, eine gute Handlung als solchedarstellen zu wollen; denn das, was eigentlich ihrensittlichen Werth ausmacht, die Reinheit der Bcwegungs-gründe, kann aus keine Weise zur Erscheinung kommen.Es ist aber auch der unverfälschten geraden Gesinnungdes Volkes gar nicht gemäß. Das Bekanntmachen so-genannter edler Handlungen durch die Zeitungen, diedafür ertheilten Ehrenbezeugungen oder gar darauf ge-setzten Preise, alles dies sind Mißgeburten einer leidigenAufklärung. Ich will nicht so übel von unserm Zeit-alter denken, nicht zu glauben, daß eine Menge vielbesserer Handlungen geschehen, als die unsre albernenVolksschriftsteller aufzeichnen. Dem Staate liegt es ob,dem Bürger, der z. B. einem andern das Leben ge-rettet, eine 6oronu oivica zu verehren: allein dies istganz etwas anders, es ist eine Belohnung für den ihmgeleisteten Dienst, wobei die über allen Lohn erhabeneSittlichkeit des Thäters dahin gestellt bleibt.

Jede Anstalt ist unsittlich, die es zweideutig macht,ob sich in ein wohlthuendes Bestreben nicht eitle Ruhm-sucht mischte. Der wahrhaft tugendhafte Mensch, derso innig fühlt, daß das Beste, was er thun kann, nurseine Schuldigkeit ist, wird bei dem gethanen nichtselbstgefällig verweilen, und sich vornämlich allem Schau-gepränge damit entziehen. Die christliche Gesinnungvollends, die wohl noch immer die populärste ist, bringtes mit sich, wenn man Ursache zur Zufriedenheit mitsich zu haben glaubt sich in seinem Innern zu demü-thigen, damit nicht der Stolz auf das vollbrachte Gutedie gefährlichste Versuchung werde.