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4 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 3
Entstehung
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Eine gute That wird sittliche Vorsätze im Gemütherege machen, aber die Phantasie trifft sie an und fürsich noch nicht. Dies hat der Dichter auch gesuhlt, unddie von ihm besungene Thal durch ihre Umgebungenin das Gebiet des Romantischen und Wunderbaren zuheben gesucht: und indem er den möglichsten Nach-druck auf die Fruchtbarkeit des Eisganges, auf dasDringende der Gefahr, aus die lange vergeblich ge-spannte Erwartung eines Retters legen will, verbreiteter sich in geschmückten Schilderungen und rhetorischenWendungen, die in der Romanze durchaus unstatthaftsind. Zu den letzten rechne ich die wiederholten: „Obraver Mann! braver Mann! zeige dich!" und: „ORetter! Retter! komm geschwind!" das Betheuern:„beim höchsten Gott!" der Graf sey brav gewesen,u. s. w.; vor allem aber, das viele Reden des Liedesvon sich und mit sich selbst, das Rühmen des Dichtersvon dem Liede, seine Auffoderungen und Fragen anselbiges, die kein Ende nehmen. Mir bäucht, wenndas Lied in allem Ernste voll von dem braven Mannegewesen wäre, so hätte es gar nicht weiter an sich den-ken müssen. Jede wahrhaft begeisterte Darstellung ver-liert sich in ihrem Gegenstände. Zudem führt diesesSelbstbewußtseyn, diese Wichtigkeit auf die Vermuthung,es sey bei dem Vortrage ein Aufwand von Künstlich-keit und Zurüstungen gemacht, der sich weder mit demVertrauen auf die Sache, noch mit der Einfalt desächten Volksliedes verträgt. Dieses ist gleichsam nurdie Sache selbst, auf dem kürzesten Wege aus einerSage in eine Melodie umgewandclt: das Lied wird sich