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Weniger mehr styn würde: das versteht sich von
selbst.
Die beiden Stücke: der Raubgraf und die Wei-ber von Weinsberg, stehen ungefähr auf derselbenStufe. Sie sind munter und drollig, jedoch nicht ohneAnwandlungen von den Späßen, die in der Europa,Herrn Bacchus und der Menagerie der Götter herrschen,und vielmehr studentenhast als volksmäßig zu nennensind. Die Weiber von Weinsberg nähern sich nocheher der reinen Romanze, da der Raubgraf durch dieweitläuftige Peroration des Schwager Matz, und die An-spielung auf einen modernen Zeitumstand am Schluffe,ein seltsam gemischtes Ding wird. Die gut gerachenevertrauliche Mimik, womit die Geschichte episodisch ein-geführt ist, eignete sich zu einer durchaus verschiedenenBehandlung. Daß ich es für die Kenner mit EinemWorte sage: es sollte eine mimische Idylle seyn.
Lenardo und Bland ine ist unstreitig von allenSeiten Bürgers schlimmste Verirrung. Eine üble Vor-bedeutung giebt schon die hingeworfcne Art, womit erin der Vorrede zur ersten Ausgabe „alter Novellen" er-wähnt, worin „die Geschichte unter dem Namen Guis-cardo und Gismunda ähnlich vorkomme", als ob seinemVorbilde nichts abzugcwinnen gewesen wäre, außer un-gefähr die erste Grundlage. Jene alte Novelle rührtdoch von keinem geringeren Meister her als dem Boc-caz: bestimmte Einzelnheiten zeigen bei aller Abweichungunwidersprechlich, daß Bürger den Decamerone vorAugen gehabt, und man kann ihn also nicht von demVorwürfe frei sprechen, für den großen Stil dieser Er-