zusetzte; und bei einem großen Haufen von Lesern, dietüchtig getroffen seyn wollen, ehe sie etwas fühlen, ver-rechnte er sich allerdings nicht. Damit hoffte er dennauch, wenn alle Glieder fester in einander griffen, denZusammenhang des Ganzen straffer angezogen, und esvollständiger motivirt zu haben. Manche meiner Lesererinnern sich vielleicht noch, daß ein jetzt in Ruhestandversetzter Kunstrichter das Gedicht in dieser Hinsichtwirklich als ein Muster der pragmatischen Gattung zer-gliedert hat: allein einem Kunstwerke die Tiefe zu geben,welche durch solch eine Kritik bis auf den Grund aus-geschöpft werden kann, ist eben nicht schwer. In denalten Volkspoesien sind oft aus Jnstinct, wie in denWerken großer Meister mit Absicht, die innersten Motivein den Hintergrund geschoben, und nur hie und dakommt, wie zufällig, etwas davon zum Vorschein: darinliegt eine ganz andere Art von Verstand, als in derarithmetischen Richtigkeit, die sich an den Fingern auf-zählen läßt. Ueberall, wo Bürger nicht blos verstärkt,sondern verändert und anders gestellt hat, ist es nach-theilig geworden. So kamen ihm die Vasallen im Eng-lischen zu plötzlich herbei: er hat sie vorbereiten wollen,indem er den Ritter sie vorher zu sich berufen und vonseinen Absichten unterrichten läßt. Dadurch ist nun dieganze Ueberraschung aufgehoben; diesen Hülfstruppenwird eine zu große Wichtigkeit beigelegt, Karl droht zumUeberfluffe noch dem alten Baron mit ihnen, was derEnglische Ritter weislich unterläßt; endlich ist es klar,wenn die Vasallen zum erstenmal auf den bloßen Tondes Horns erschienen, so hätten sie es das zweitemal
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