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4 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 3
Entstehung
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Bürger als Mensch wäre also gar leicht gerechtfertigt,wenn er auch mit dem anvertrauten Pfunde seines Ta-lents weit weniger gewuchert hätte, als er wirklich ge-than hat. Allein die Zufälligkeiten, welche die Entsteh-ung eines Kunstwerkes umgaben, dürfen nicht in Anschlaggebracht werden, wenn von einer Beurtheilung nachKunst-gesetzcn die Rede ist. Man kann nicht aus Menschen-liebe Beifall zollen, noch aus Mitleiden bewundern. Eswäre möglich, daß dieser Baum, in einen andern Bodenversetzt, und bei andrer Witterung, seiner Art nach weitbessere Früchte getragen hätte: aber diese Betrachtungkann mich nicht bewegen, den Geschmack der wirklichgetragenen Frucht anders anzugeben, als ich ihn empfinde.Mit dem Hinstellen für die äußere Anschauung ist dasGedicht oder sonstige Erzeugniß des Geistes von derPerson des Hervorbringers eben so abgelöst, wie dieFrucht, welche genossen wird, vom Baume; und wenngleich die sämmtlichen Gedichte eines Mannes seinenpoetischen Lebenslauf darstcllen, und zusammen gleichsameine künstlerische Person bilden, in welcher sich die Eigen-thümlichkeit der wirklichen mehr oder weniger, unmittel-bar oder mittelbar offenbart: so müssen wir sie doch alsErzeugnisse der Freiheit, ja der Willkür, ansehen, undes dahin gestellt seyn lassen, ob der Dichter sein Inneresnicht auf ganz andere Weise in seinen Werken hatte ab-spiegeln können, wenn er gewollt hätte.

Das war es wohl eben, was Bürgern in der obenerwähnten Beurtheilung in der Jenaischen Literaturzei-tung am empfindlichsten kränkte, daß sie diese Trennungnicht zugab, daß so bestimmt darin ausgesprochen wurde,