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4 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 3
Entstehung
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Vernunft in sich, der ihn nie zu tiefsinken lassen, derihn, wenn er ja einmal sänke, bald wieder empor brin-gen wird." Lieber Adolph, alles was uns als Men-schen einen absoluten Werth gibt, das entspringet vondem Gotte in uns, von der heiligen Vernunft;und jede Tugend, die nicht von ihr abstammt, willKant zwar nicht eben ein glänzendes Laster, aber docheine glanzende Armseligkeit genannt wissen. Das istein theures wahres Wort. Ich schmeichle mir, daß esin dir lebendig und immer lebendiger werden, daß esdeinem bessern Selbst den Sieg über den ganzen HansHagel der Sinnlichkeit, wie sehr er auch toben möge,verschaffen werde.

Doch ich setze mich nicht nieder, um dir Moralzu schreiben. Das: lieber Adolph, und das Duhaben mich, ich weiß nicht wie, auf einen Augenblickdazu verleitet. Ich wollte dir nur sagen, daß ich zwarziemlich krank, aber deswegen doch nicht melancholischbin, wie dir ein Schulfreund von hier aus geschriebenhaben soll; denn unter melancholisch verstehe ich: nichtwohl bei Trost im Kopfe. In diesem ist, Gottlob, nochLicht und Ordnung. Auch kann ich, wenn meineKrämpfe, mein Krampfhusten, meine fieberhaften Dröh-uungen durch das ganze Nervensystem etwas ruhen, so-gar noch lustig seyn.

Dieses Unheil, womit ich den größten Theil desSommers und selbst jetzt, da ich dir dieses schreibe,mehr als jemals behaftet gewesen bin, hat mich bisherverhindert, ans deinen Brief und das beigefügte ästhe-