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drücken können. — Doch alles, was wir beim erstenAnblicke als fremd, wiewohl freilich nur dumpf unddunkel auffiel, das hat jetzt ganz seine Wirkung ver-loren. Ich wollte wetten, daß ich, wenn anders derMahler nicht gar zu himmelweit vor dem Ziele vorbei-geschossen, das Mädchen nun völlig, wie es in der Naturleibt und lebt, im Geiste aufzefaßt hätte; und so, mußich wiederholen, weiden sich Augen und Herzen daran.Ich sage Ihnen, das Bild kommt nicht von mir, wederTag noch Nacht. Oft sehe ich's Stunden lang an, undgrüble mich fast todt darüber, wie es zugehen konnte,daß mir's nicht gleich beim ersten Anblick eben so lieb-lich an's Herz griff. Die Locken, wenn sie wirklich so
gegenwärtig, da er das Lied gedichtet hatte: „O, was in tau-send Liebespracht u. s. w." und Molly mit den blonden Lockenund dem sanften Blicke schwebte ihm vor Augen. Thränen mach-ten seinen, beklemmten Herzen Luft. Ihm war, als winkte jedeKornähre ihm den Gedanken zu: Knüpfe kein Eheband mit demPoetischen Mädchen aus Schwaben! Sinnend, wie er sich ausdiesem Handel auf eine rechtliche Art heraus ziehen könne, ginger langsam zu seiner Wohnung zurück. Hier laS er nun denBrief und, wenn ich nicht irre, auch das Gedicht, welche dasBild begleitet hatten. Der Brief war so innig, so zart, so liebe-voll geschrieben, daß er nun das Bildniß von Neuem betrachtete,und die in jenem geäußerten Gesinnungen mit dem Ausdrucke derfeurigen Augen des Portraits zu vergleichen suchte. Wie erstaunteer über den angenehmen Eindruck, welchen dieses Bildniß nunauf ihn machte! Und Bürger entschloß sich, zu dem ihm jetztso lieb gewordenen Originale zu reisen, das einen noch viel gün-stigeren Eindruck auf ihn machte." D. H.