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mit seiner Reitgerte an die Thür des Zimmers schlug,sprang Friedrich Stolberg in vollem Schrecken vomStuhle auf. Bürger, der bisher nur mit ängstlicherBesorgniß an das Schicksal eines von aller konventio-nellen Form so abweichenden Gedichtes gedacht hatte,glaubte nun selbst etwas Gutes hervor gebracht zu ha-ben, und es wurde ihm, als er bald nach dem Ab-drucke im Musen-Almanache eine Reise in sein Vater-land machte, die Freude, in einer an seine Schlaf-kammer stoßenden Bauerstube seine Lenore vom Schul-meister, unter dem lautesten Beifalle der ländlichenZuhörer, vorlesen zu hören. Aber auch bei dem Lebil-deteren Publicum machte dieses Gedicht Aufsehen, undverschaffte seinem Urheber eine nicht geringe Celebrität,welche sich durch zahlreich einlausende Briefe aus ver-schiedenen Gegenden von Deutschland ankündigte.
Um desto ungehinderter alle Zeit und Kraft, welcheseine Amtsgeschäste ihm übrig ließen, auf die Hervor-bringung irgend eines Werkes verwenden zu können,welches ihm einen seinen Fähigkeiten angemessenerenWirkungskreis verschaffte, hätte Bürger für's erste nochnicht heirathen müssen. So sehr er selbst davon über-zeugt war, so war doch kaum ein Jahr verflossen, alseine von den Töchtern des benachbarten HannöverschenBeamten Leonhart zu Niedeck einen so starken Ein-druck auf ihn machte, daß er seinen Vorsatz schnell ver-gaß, sich um die Hand dieses guten und, wie man inder Folge sehen wird, großmüthigen Frauenzimmersbewarb, und sich im September 1774 ehelich mit dem-selben verband.
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