Spur von Bosheit oder Schadenfreude zu entdecken.Das damals übliche Chrienmachen wollte ihm durch-aus nicht gefallen. Desto besser gefielen ihm die Uebun-gen in Versemachen, welche der nunmehrige Herr Pro-fessor Leiste in Wolfenbüttel, als damaliger Lehreram Pädagogium, mit den Schülern seiner Classe an-stellte. Es wurden ihnen nämlich Anfangs-Verse ausden besten Deutschen Dichtern in versetzter Ordnungder Wörter aufgegeben, um sie wieder in die metrischeOrdnung zu bringen. Dann wurde ihnen blos derInhalt guter Gedichte angegeben, um ihn poetisch zubearbeiten, und ihre Arbeiten wurden nach den unge-nannten Mustern verbessert. Diesen Unterricht genoßzu eben der Zeit auch der jetzige Herr geheime Finanz-Rath von Gökingk. Bei Beiden zeigte sich, nachder Bemerkung ihres Lehrers, schon damals die ent-schiedene Anlage zur Dichtkunst, und bei Bürgern sollsich auch schon die besondere Vorliebe für die Volks-Poesie deutlich verrathen haben.
Im Jahre 1764 bezog er die Höllische Universität,um, nach dem Willen seines Großvaters, Theologie zustudieren. Dieses Studium war seiner Neigung ganzentgegen, und er hatte lieber jedes andere gewählt;aber der Großvater, von dem er, zumal nach dem balddarauf erfolgten Tode seines Vaters, ganz abhing, wolltedurchaus einen Geistlichen aus ihm haben. Bürger hatauch wirklich einmal in einer Dorfkirche in der Gegendvon Halle gepredigt.
Einen großen Gönner und Freund fand er in demgeheimen Rathe Klotz. Wer den Character und die