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4 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 3
Entstehung
Seite
114
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dabei ein guter, ehrlicher Mann; aber er liebte eineruhige Bequemlichkeit und seine Pfeife Tobak so sehr,daß er, wie mein Freund wohl zu sagen pflegte, immererst einen Anlauf nehmen mußte, wenn er einmal einWiertelstündchen auf den Unterricht seines Sohnes ver-wenden sollte. Seine Gattinn war eine Frau von denaußerordentlichsten Geistesanlagen, die aber so wenigangebaut waren, daß sie kaum leserlich schreiben gelernthatte. Bürger meinte, seine Mutter würde, bei gehö-ger Cultur, die Berühmteste ihres Geschlechts gewor-den seyn; ob er gleich mehrmals eine starke Mißbilli-gung verschiedener Züge ihres moralischen Charaktersäußerte. Indessen glaubte er von seiner Mutter einigeAnlagen des Geistes, von seinem Vater aber eineUcbereinstimmung mit dessen moralischem Charakter ge-erbt zu haben.

Wenn der Vater sich nicht allzu oft mit dem Söhn-chcn abgab, so überhörte ihm die Mutter desto öfterdas Donat-Pensum. Als aber dennoch gar zu wenigdavon in den Kopf wollte, so wurde der Knabe zudem Informator der Kinder eines benachbarten Predi-gers geschickt. Zum Unglück waren die Zöglinge dessel-ben schon gar zu weit vor unserm Bürger voraus,und während der Lehrer jenen den Virgil erklärte,wurde diesem Langens Grammatik in die Hand gege-ben, um die Declinationen daraus zu lernen. Aberwenn er gleich seine Augen wohl auf die Grammatikrichten mußte, so waren doch Geist und Ohr immermit den poetischen Brocken beschäftigt, welche bei derErklärung des Virgil absielen, und die unser junge