Druckschrift 
Ueber die wechselseitigen Verhältnisse der Philosophie und Theologie : nach kantischen Grundsätzen
Entstehung
Seite
20
Einzelbild herunterladen
 

allein sollte er wohl wollen können, daß seinMüßiggang, seine Bequemlichkeiten, ein allge-meines Natnrgesez für alle Menschenwürde? -Mir deucht, hier müßte ers fühlen, wie weit erdurch NciHung von dem Zwekke seiner Bestim-mung abgewichen sey. Seine vernünftige That-kraft zwingt ihn zum nothwendigen Geständnisse,daß ein anderes unbedingtes Gesez in ihm liege,welches Gehorsam in Hinsicht auf Pflicht vonihm fordere. Unmöglich kaun er wollen,daß seine Maxime zur Allgemeinheit eines Natnr-gesezzes erhoben werden sollte. Vielmehr nnißer das Gegentheil desto nothwendiger wollen,je deutlicher er den Widerspruch seines eigenenWillens dadurch einsieht. Dieser Widerspruchist in dem objektiven und subjektiven Principkenntbar; folglich kann nur objektiv-praktischesGesez den Werth unserer Handlungen bestimmen,und wir werden den Unterschied zwischen hypo-thetischen und kategorischen Imperativ um so zu-verläßiger anerkennen, je mehr wir uns gewöhnen,unsere Handlungen einmal aus dem Gesichtspunk-te deß durch Vernunft geleiteten, und dann deßdurch Neigung affizirten Willens zu betrachten.

Aus