Und da hoffe ich, meinen Lesern, besonders meine»Gegnern, einen Beweis meiner Redlichkeit, dochaber auch meiner Unerschrockenheit zu geben, wennich diejenigen Puncte getreu herschreibe, welche dervon mir § XXVlll gemelkte anonyme Verfasser selbstalö „Gegengründe, als den Schatten, aufsucht,den der Calibat auf den KlcruS werfen soll." Ichwill jede merkwürdige Periode seiner Worte sogleichmit meiner Antwort begleiten.
Er fangt an Seite 3i. und sagt also:i) „Der junge Geistliche, durch bessere Ersteshung an Herz und Gefühlen gebildet, wird stäts mirden natürlichsten Neigungen zu kämpfen haben."
Antwort: Entweder denkt sich der Anonymedie Erziehung des jungen Geistlichen so, daß beydiescm das Gesühls-Bermdgen auf Kosten des Erkennt«niß- und des BegehrnngS-Vermögeiis gebildet worden— ich will es ohne Gcyulsprache allgemein verstandlichsagen: entweder ist der junge Mann durchdie schönen Wissenschaften und Künste, besondersdurch Poesie und poetische Lectüre, zur Empfind-samkeit gebildet, in gründlicher Gelehrsamkeit aber,in ernsthaftcrn Studien, besonders in gründlicherKenntniß der Religion, im Geschmack für dieselbe,und in früher Anleitung und Angewöhnung zur Tu-gend, verwahrloset worden: oder man bat Sorgegetragen, seinen Verstand und seine Gefühle für