Druckschrift 
Die erheblichsten Gründe für und gegen das katholisch-kirchliche Cälibatsgesetz : zu nochmaliger Prüfung dargelegt
Entstehung
Seite
151
Einzelbild herunterladen
 

viel Gutes daraus entspringen kann; wäre es gleichschwer zu bestimme», ob das Gute das Bbse auf-wiege, oder umgekehrt, so sehen wir, daß Gottjenes Bdsen, das er vorher sah, ungeachtet, dieEinrichtung, die Anstalt, die Verordnung dennochgetroffen hat- Eben so halten die Menschen mitüberein stimmendem Gemsinsinn zu allen Zeiten undin allen Ländern für besser, die Anstalt und Ver-ordnung zu treffen, zweifeln sie gleich nicht daran,daß sie zu vielen Mißbräuchen, Uebertretungen undSünden, die sonst nicht geschähen, Anlaß gebenwerde. Auch pflegt man dabey die Quantität desGuten und Bdsen gegen einander nicht abzuwägen,sondern sieht einzig auf die Möglichkeit, Mißbrau-che, die sich einschleichen könnten, zu heben, undUebertretungen durch Strafen zu vermindern.

So — um nur einige Haupt beyspiele zu ge-ben — welche der unendlich weise Schöpfer unterMillionen möglichen Welten, nicht etwa eine, ohnedas moralische Uebel, Zweifels ohne möglich ge-wesene, sondern die gegenwärtige mit allen ihrenliebeln, und mit den in alle Ewigkeiten daurendenFolgen des moralischen Uebels. Sv gab er demMenschen Willens - Freyheit, gab ihm die Güterder Erde, gab dem Volke Israel Gesetze, gab demMenschengeschlechte durch seinen Sohn das Evange-lium , bey seiner allwissenden Vorhersehung des Miß-