soll denn endlich der Geistliche ein lebendiges Bei-spiel scyn, da er es einmahl nicht in allen und jedenmenschlichen Verhältnissen seyn kann? Ach! das istja leicht zu beantworten : er sey es, wie seine Mu-ster , Christus und die Apostel. Und diese waren esvorzüglich — in der heiligen Jungfrauschaft.
§ VI. Die Enthaltung vom Ehe-stände ist
». der Wurde des Geistlichen,
K. der Menge und Wichtigkeit derWerufsgeschäfte desselben weit an-gemessener, als der Ehestand.
In a. ES ist psychologisch zu begreifen, daßdas Volk gegen jene Männer weniger Ehrerbiethig-keit häge, die es in ihrem Aeußern, besonders inihrer Lebensart, nicht viel von sich unterschiedensicht. *) Auf dieses richtige Gefühl gründen sich allezu dem Titel cle vir» er lroneststo cloileooum gc-
*) Solches erzählt man von den vcrhciratheten Griechi-schen Priestern, und wir sehen cs mit unscrn Augenan den protestantischen Predigern. Wie leicht aberartet nicht die Geringschätzung der Rcligionsdicner inGeringschätzung der Religion selbst ans! Dies; bewei-set die Geschichte, da zu den Zeiten Gregors VII.allenthalben die Laien die Pastoralverrichtungcn ihrerverhcirathcten Geistlichen ausschlugen, und sich in dieAusspcndung der Sacramente mischten.