XII
fern Zeiten, gemißbraucht zur Zerreißung allerBande des Gehorsams, der Eintracht, desGlaubens und der Liebe! —
XI. Wie nun? ein Jüngling, der insKloster tritt, thut Verzicht auf die Frcyheit?Was für eine Freyhcit? Vermuthlich verstandder Herr Pfarrer jene, der man in der Pro-feß ( in aeUl prolegsioiiis leliAiosae ) durchdie Gelübde der freywilligen Armnth, derbeständigen Keuschheit, und des vollkomme-nen Gehorsams unter seinen geistlichen Obern,entsagt. Ist diese Frcyheit wirklich „das köst-lichste Gut des Mcnjchen", so wäre jenerJüngling sehr zu bedauern: ist sie es abernicht, so könnte dieser Ausdruck des HerrnPfarrers edle Jünglinge eben darum, weil dasjugendliche Alter den wahren Werth der Güterdes Lebens auf Erden noch nicht kennt, zueinem verkehrten Urtheile über den Werth desklösterlichen Lebens verleiten, und sie in ihrerBerathschlagung über die Wahl eines Standeszu ihrem Verderben irre führen. Es ist alsowohl der Mühe wcrth , diesen Gegenstand gründ-lich zu untersuchen, und daö will ich in dieser