IL
einmal zum Schlüsse kommen: Ob die Unfehl-barkeit einen Grund habe, oder nicht. Und als-dann würde der Friede bald geschlossen seyn.Können wir Kacholicken die Unfehlbarkeit nichtunwiderleglich beweisen, so müssen wir es freylichnäher geben. Können aber die Protestanten aufunsere Gründe nicht mehr antworten, so traueich es ihrer Wahrheitsliebe zu, daß sie sich willigin den SchooS einer unfehlbaren Kirche zurückbegeben werden, außer welcher es in diesem Fallekein Heil geben würde. Ich muß noch einmalbitten, daß man diesen Versuch nicht schon vor-läufig für ein vergebliches Unternehmen auszischt.Ich meines Theils bin nach einer sechsjährigenAnstrengung meiner Kräfte überzeuget worden,I. daß alle bisherige Beweise für die Unfehlbar-keit der Kirche nicht überzeugend sind; 11. daß dieKirche, wenn sie auch nicht unfehlbar wäre, nichtsdestoweniger das Recht, Glaubensstreitigkeitenbeyzulegen, habe; III. daß darum das Ansehender Concilien nicht falle; IV. und daß wir dochden Protestanten oft nachgeben können. Doches ist noch nicht Zeit, meine Gedanken zu eröff-nen.
iZ. Ich bin zu unvermögend, den erstenPreiß auszusetzen, und noch vielmehr eine Aka-demie anzulegen. Nur meine Kräfte bis aufdenlezten Hauch wollte ich herzlich gern dazu verwen-den. Möchte es doch dem verehrungSwürdigenProtestanten, dem Verfasser des christlichenDiogenes, gefallen, auch auf seiner Seite meine
Stelle