messe, Partheygeist rc. sondern nnr um die wahrre Religion Jesu zu thun ist. Bin ich nicht äurßerst ungerecht, wenn ich schnurgerad gegen diechristliche Liebe, und das noch dazu ohne allenGrund, so beleidigend von meinem Nebenmen-scheu denke? Nein, ich bin mir keiner so schimpf-lichen Nebenabsicht bey meinem Glaubensbekennt-nisse bewußt, und die Liebe will, daß ich auchmeinem Nächsten keine aufbürden soll.
4. Ich dachte, man soll beyden Theilen,nachdem sie so viele Streitschriften, und größten-theils mit vieler Hitze gegeneinander gewechselthaben, auch weder Unthätigkeit, noch Bequem-lichkeit Schuld geben. Die Beschuldigung, daßman schon voraussetzet, der Gegentheil müsseUnrecht haben, möchte ein wenig mehr bedeuten.Aber auch, was diesen Punkt betrifft, kenne ichvon beyden Religionspartheyen Leute, die unpar-theyisch prüfen. Und ich bin doch nur ein Mann,der eine ganz geringe Wirkungssphäre hat. An-dere mögen noch sehr viele dieses gleichen kennen.
5. Diese Betrachtungen, und noch sehrviele andre haben mich auf den Gedanken geleitet:Eö könnten endlich doch noch nach allen diesenStreitigkeiten beyde Theile Recht haben, oder eswäre doch allenfalls möglich, in einigen Stü-cken, wo ein Theil wirklich Unrecht hätte, einenFrieden zu stiften. Aber freylich ist dieses einGedanken, ich gestehe es aufrichtig, der mich als
)( 3 Kathor