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von der Beredsamkeit.
und gute Muster recht zu lesen weiß; so kannman viele Anweisungen leicht entbehren, womitman uns so reichlich beschenket hat.
Der Leser wird von den besten Reden seltenso gut eingenommen , als der Zuhörer. Dasmacht, weil die Aussprache, der Thon, den einledeS Wort erfordert, und die anständige Be.rcdsamkeit des Körpers, sehr viel zu dem lebhaf.ten Eindruck der Rede beytragen. Aber dieserUnbequemlichkeit kann man abhelfcn, wenn mandie Reden selbst laut und im Affect herliest, den sieuns geben. Der Affect ist ein so guter Lehr-meister , daß er ungezwungen gewisse Bewegun-gen des Körpers hervorbringcn wird, die sich zurSache schicken. Verlieren wir auch etwas vordem Zuhörer; so verlieren wir doch alsdenn ge-wiß wenig: und so muß man cs mit allen scho-nen Werken der Beredsamkeit machen, wen»man sie entweder als ein Schüler nützen, oder ihre»Wehrtalsein Kunstrichtcr vollkommen empfindenwill. Ein schlechter Leser kann die schönsten Redenverderben; aber wenn er gut liest, und er wird fastallemal im Affect gut lesen, so kann er auch ei-ner mittelmäßigen Rede das Ansehen der Schön-heit geben: Und cs giebt viele Reden, die sichbesser lesen, als aus dem Munde ihres Verfas-sers anhörcn lassen. Pclisson hat also nicht oh-ne Einschränkung recht gehabt, daß die beste Re-I 5 de