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Critischer Entwurf einer auserlesenen Bibliothek für den Liebhaber der Philosophie und schönen Wissenschaften : in einigen Sendschreiben an einen Freund
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iz6 Sechstes Sendschreiben

Ich würde eine Ungerechtigkeit begehen, wennich hier die Reden des Lhryjoftomus mitStillschweigen übergehen wollte. Sie sind schonvor vielen Jahrhunderten als Muster der hcilugen Beredsamkeit verehret worden; aber sie ver.dienten so vielen Menschen in der neueren Zeit,die kein Griechisch lernen, etwas mehr, als demblossen Namen nach, bekannt zu scyn. DerHerr Hofprcdigcr Lramer zu Quedlinburg, kann,te also nicht leicht eine würdigere Beschäftigungübernehmen, als düsen grösten geistlichen Rednerdes Alterthums zu übersetzen, und mit erläuterndenAbhandlungen herauszugeben * ) ; und diese Arbeitkonnte auch unter keine bessere Hände fallen, weilder Hr. M. Cramer in beyden Sprachen eine grosseStärke besitzet, und selbst ein guter Redner ist.

Von Anweisungen zur geistlichen Beredsamkeit,hat mir der Grundriß wohl und erbaulichzu predigen, nach dem Königl. PreußischenCabinctöbefehlc, mit einer Vorrede des sel.ProbstS Reinbeck noch am besten gefallen,wie denn auch die Predigten dieses gründlichenMannes werth find, daß fie mit unter dieaußerlesenen gerechnet werden. Wenn man ü-berhaupt die Gesetze der Beredsamkeit verstehet,

und

*) Die Uebersehung ist zu Leipzig in acht Oetavban-den erschienen, und wir haben erst verkürzet Zeitden letzten Theil erhalten.