Ils
von der Dichtkunst.
Virgil abgcschriebcn. Cs sind verschiedene Be-urthcilungen über den Mcßiaö zum Vorscheingekommen, darunter mir die meisten noch zufrühzeitig scheinen. Man warte das Ganze ab,und alsdenn wird man seinen guten oder schlim-men Geschmack vollständig entdecken können. Beydieser Gelegenheit muß ich einer sehr unwitzigenErfindung gedenken, die noch ganz kürzlich indie Welt ausgcflogcn ist: Der VOurmsaa-
mcn ein Helbengcditchr, har nicht langer indem kalten Gehirne verschlossen bleiben können,darinn er sich schon zu stark auögebreikct hatte.Es soll eine Sakyre über den Meßias und sei-ne Nachahmer seyn, wie es heißt; aber derName einer Satyrc ist viel zu adcl für diesesStück: Es ist ein Wurmsaamen, den sein
fruchtbarer Wurm in ihm ausgcftrcuet hat. Ecwill bekehren, und dem schlimmen Geschmacksieuren: Es gehet ihm nicht anders als gewiß-
sen elenden Menschen, die an der Gelbsuchtkrank sind, und die mit Gewalt behaupten wol-len , daß alle Gegenstände ausser ihnen gelb sey«en , weil sic ihrem verdorbenen Auge so Vorkom-men. Mit solchen Menschen hat man billig> Mitlcydcn: und sollte wohl dieser gelbsüchtigeVerfasser etwas anders verdienen? Doch essteckt allem Ansehen nach mehr Bosheit, Neidund Ruhmbegierde darunter verborgen , als Irr.
H 2 thum.