n6 Fünftes Sendschreiben
thum. Er hak sich verewigen wollen, und ausVerzweiflung über seine Unbekannkschast hat crsich gerade an dasjenige Stück gemacht, das jetztim Reiche der Dichter die meiste Bewegung ver-ursacht. Aber hätte cr doch bedacht, daß einbeneideter Witz und ein Licht, das man vcrfin- !stern will, nie seine eigene Grobe zeigt, wie 'Pope sagt, sondern die Grobe seines Gegcnstan.des; hätte er sich doch erinnert, wenn cr an> ^dcrö so gelehrt ist, daß ein Carbiliuö Pieter, iHcrennius, Fausiinus, vergebens über den Vir< >gil gespottet haben, Namen, die sehr selten !genennct werden, und die den Kunstrichtcrnkaum noch bekannt sind; so würde er vielleicht ^sich durch etwas Lobwürdigers hcrvorgethan ha-bcn. Indessen kann der Versasser, indem crdas gute Original lächerlich machen will, durcheine starke Nachahmung, mir der Zeit vernünf-tiger werden, einen besseren Geschmack bekom-men , und sich ordentlich gesund schreiben. Die-seö will ich ihm herzlich gönnen, und früh an-wünschcn. Er wird alsdcnn der erste seyn, derden Wurmsaamen wieder in die Finsterniß zu-rückgehcn heißt, woraus cr gekommen war, undwenn er es nicht thut, so wird cs gewiß dieNachwelt mit eben so gutem Grunde thun, alsdie des Carbiliuö Pictorö ver-
gcsien worden. Aber so geht es mit guten Stük.
ken,