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Fünftes Sendschreiben
ihm haben erwarten können, wenn ihn der Todnicht mitten unter seinen schönen Bemühungenübereilet hätte! In der Comödie haben wir mehrschöne Originale zu sehen bekommen. Die Lust,spiele des Hrn. Prof. Gellerrs sind die ersten,die mir jetzt cinfallcn. Sie haben in ihrem Cha-rakter etwas neues und originalmäsiigcö, dic Em,psindungen der Zärtlichkeit, der Großmuth, derFreundschaft sind überall darinn ansgebrcitct, undich habe bcy den zärtlichen Schwestern einige Thrä.nen ohnmöglich zurückhaltcn können. Das sindTragicomädicn, sagte mir neulich ein unwichtigerPoet, und dieser Geschmack ist längst lächerlich.Aber das wird mit so wenigem Grunde gesagtals nur etwas. Hr. Geliert bemühet sich mitdem verdientesten Lobe, diese Gatrung von Schau,spielen immer mehr zu ihrem wahren Endzweckezurückzuführen, nach welchem sie eine Schule derTugend und schöner Empfindungen scyn sollen,oder wie Aristoteles sagt, nach welche» sie un-sere Leidenschaften reinigen sollen. Ich wün-sche , daß der Geschmack der bewegenden Comö-bie * ) immer allgemeiner werden möge. S ndSie auch der Meynung, mein Herr, daß sich
die
*) Er hätte sein Lehramt mir keiner würdiger»Schrift antrctcn können, als cla t7m»^,acliacvmmmiente, die man mit vielem Vergnügen le-sen wirv.