von der Dichtkunst.
gefordert, wenn man nur Corncillen und Ra.einen haben will? Und zuweilen verwirft manauch ein Stück, wenn cs schon im Ganzen nichtschlecht ist. Hat doch Horaz, der grosse Ken.ner, gesagt:
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Und wir wollen strenger seyn ? Ich bin noch nie-mals hicrinn geradelt worden, weil ich noch niemalsein Trauerspiel gemacht habe, noch jemals ma.chen werde, und also schreibe ich diese Anmcr.kung ohne alle Selbstgefälligkeit. Ich sehe esnur ungern, daß indem man zu scharf auf dasGute dringet, man wirklich das Gute hindert.Wenn man weiß, daß ein Fehler leicht verzie.hcn wird, so entdeckt sich ohnvermuthet ein gros.scr Geist, der sonst aus einem adlcn Ehrgeiznoch länger verborgen geblieben wäre: DerWitz wird kühn, und ist glücklich. Unter allenDeutschen ist der selige Schlegel *) im Trauer«spiel am glücklichsten gewesen; sein Canut ist un-vergleichlich; und was würden wir noch von
ihm
*) Er stark vor einigen Zähren als Prof, an derNittcrakadcmie zu Sorve, zu früh für die scho-nen Wihenschasten und für seine Freunde! SeineTrauerspiele sind zu Kvppmhage» zusammen ge-druckt.