io8 Fünftes Sendschreiben
den guten Geschmack der comischen Bühne her.stellte, und wer weiß, ob man den DeStoucheökennen würde, wann Möllere »'cht vor ihm ge.wesen wäre. Ihre Werke sind bekannt, undin verschiedenen Ausgaben erschienen. Es sindnoch viele ausgetreten, die das Theater habenan sich pichen wollen; aber bis diese Zeit ist csnoch getheilet, und stehet noch unter keinem mo.narchischcn Geschmack. Es ist wahr, wir ha.ben einige vortreffliche Stücke von verschiedenen iVerfassern erhalten; aber das sind nur Stücke, iund reichen im Ganzen weder an Möllere nochan den Dcstouches. Unter den Deutschen sindwir an guten Trauerspielen noch sehr arm. Diemeisten sind verunglückt, und wir behelfen unsnoch mit Ucbersetzungcn. Ich weiß nicht, obich recht habe, daß die Kunstrichtcr mit denen,welche beherzt genug sind, eine so schlüpfrige Bahnzu betreten, mehr Nachsicht haben sollten, alsinsgemein geschiehet. Ich weiß, eö könnenhundert Dinge darauf geantwortet werden: a»der ich glaube, daß die gar zu strengen Censu«ren gewiß die meisten guten Köpfe schüchternmachen, und dadurch die recht guten Stücke vcr>späten. Ich frage Sic, welche Sachen werdenwohl unbarmherziger bcurthcilt, als Traucrspie«le? Man thut es niemals ohne Grund, sagenSie: Wohl; aber heißt denn das nicht zu viel
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