Druckschrift 
Critischer Entwurf einer auserlesenen Bibliothek für den Liebhaber der Philosophie und schönen Wissenschaften : in einigen Sendschreiben an einen Freund
Entstehung
Seite
29
Einzelbild herunterladen
 

29

von der Philosophie.

Sirtenlchre, welche vor einigen Jahren zu Jenadie Presse verließe», zum Lchrbuche wählen. Ei.ne Morale muß weder dunkel noch trocken geschrie-ben seyn, wenn sie den Menschen nützlich seyn soll.BeydeS hat der Verfasser vermieden: Wenn seinBuch ordentlich und gründlich ist; so ist cs auchmit einer Deutlichkeit und mit einem Reiz desAusdrucks geschrieben, darinn der gründliche Ge.danke noch einmal so lebhaft gefühlt wird. Wennman erst ein System im Kopfe hat, und selberBetrachtungen anstelle» kann, so wird man desMontaigne *) sehr nützlich lesen kön-

nen. Hicher gehöret auch des Sarasa /cM-^ FE/M/r' * *), ein vortreffliches Buch, das

ei.

*) Kamen 160«. ;u Paris in 8. in einer scheuen E-dition heraus, deren mau auch noch verschiedeneneuere hat. Es sind mehreutheils zerstreuteAbhandlungen, die aber viel Schönes in sichhalten. Insonderheit lernen wir aus ihm dasmenschliche Herz, das wichtigste Stuck der gan-zen Sittenlchre, ziemlich wohl kennen. Manhat dem Mich, von Montaigne unter andernvorgcworfcn, daß er zuweilen enthusiastisch inv-ralisiret habe: Allein man sollte ihm billig umdes vielen Guten willen, etwas inehr verzeihen,als Huet gcchan hat.

**) Man hat deutsche Ueberschungen und auch ei-nen freyen Auszug aus diesem Werke: allein ichwünschte, daß mau das Original und das grosseWerk selber läse, denn es ist in allem so schon,