Vorrede,
Was den rechten Gebrauch einersolchen auserlesenen Bibliothek betrifft;so könnte ich darüber eine lange Ab-handlung schreiben, wobey meine Leservielleicht ermüden würden, und worinnich doch am Ende nichts Wesentlichesmehr gesagt hatte, als was die allge- ^meinen Vorschriften der Logik vom Bü- !cherlesen, verlangen. Ich will alsonur das Beyspicl eines Frauenzimmershersetzen, dessen ich mich nie ohne Ver-gnügen erinnere, und welches vermuth-lich auch meinen Lesern, statt aller Re-geln, angenehm, und für viele unter- 'srichtend feyn wird. Das Frauenzim- 'mer, von dem ich rede, hatte nicht dieschlechteste und auch nicht die vollkom-menste Erziehung gehabt; aber sie warbey einer sehr guten Gemüthsart von ^einem lebhaften Geiste und glücklichenWitze: Sie war zu ihrem Glücke nochdurch keine unsinnige Romane verdor-ben, ohngeachtet sie schon über sechzehnJahr alt war; ihre ersten Bücher, die
sie