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Geschichte von England
Entstehung
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Leben zu Paris verleitete diesen länderlosen Herrn zu Vergnü-gungen und leichtsinnigen Zerstreuungen, und durch den leichtfer-tigen Umgang mit einer gewissen Lucie Walter oder Barlowerfüllte er die ihm Nahestehenden mit betrübender Aussicht für dieZukunft. Sie ward die Mutter eines Sohnes, den Karl für denseinigen glaubte, und der späterhin als Herzog von Mon-mouth sich einen Namen erwarb. Gegen die Religion war erunter solchen Umständen gleichgültig, wiewohl Katholiken undPresbyterianer sich bemühten, ihn von der englischen Kirche fürihr religiöses Interesse zu gewinnen, doch war er entschlossen, alsein Mitglied der letzter», für die sein Vater gelitten und sich auf-geopfert habe, zu leben und zu sterben. Unterdeß ließ er sich vonseinen Freunden bereden, Frankreichzu verlassen, obgleich ihmCardinal Mazarin seinen Jahrgehalt noch fernerhin auszahlenließ. Vielleicht wurde sein bisheriger Aufenthalt um deßwillenverändert, um ihn der Umgebung seiner bisherigen leichtsinnigenZerstreuungen zu entziehen. Er begab sich mit seinem kleinenHofstaat nach Cöln (1556), wo er beinahe zwei Jahre langverweilte.

Cromwells Ehrgeiz war inzwischen noch nicht genug gesättiget,er gieng mit dem Gedanken um, sich die Krone Englands auf seinHaupt zu setzen, denn nur dann erwartete er eine ruhige Verwal-tung der drei Reiche, wann die gesetzgebende und vollziehendeGewalt nur einer Hand überlassen und ihm überdieß eine erblicheThronfolge zugcsichert würde. Wirklich kam der Antrag im Par-lament vor, und mehrere seiner Freunde waren diesem Plane nichtabgeneigt. Er selbst spielte dabei den Klugen, indem er sichstellte, als kümmere er sich nicht darum. Allein gerade von da,wo er es vielleicht am wenigsten- erwartet hatte, nämlich von denMilitärchefs, arbeitete man diesem kühnen Plane entgegen. Anihrer Spitze stand Sambert, der Oberbefehlshaber der engli-schen Armee, der Abgott der Soldaten, dann der General-MajorDesborough sein Schwager, und Fleetwood, Lord-Lieute-nant in Irland, der Gatte von Cromwells Tochter Brigitte, Jre-tons Wittwe. Der Geist der Unzufriedenheit verbreitete sich imHeere immer weiter, die Wiedertäufer erregten sogar einen Auf-