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Sie betete und rief öfter aus: „Jesus, erbarme dich mei-ncr!" — Gegen den Lieutenant des Towers Kyngstonerklärteste: „Ich bin so rein vom sündlichen Umgangmit Männern, als ich rein bin von Euch." — Baldaber rief sie in großer Angst: „Q NorviS, hast Du michangeklagt? Du bist im Tower mit mir, und Duund ich werden mit einander sterben." —
Da die Akten verloren gegangen sind, so kann die Größe ihrerSchuld nicht mit Gewißheit erwiesen werden. Die Cavalierewurden zum Tode vcrurtheilt. Anna wurde endlich im Towervor ein Peers-Gericht gestellt. Sie läugncte die Anklage desEhebruchs und der Verrätherei mit Bescheidenheit und Gelassen-heit und mit schlagenden Gründen; dennoch erklärten die Lordsaus ihre Ehre sie für schuldig, und vcrurtheilten sie zum Feuertodeoder zur Enthauptung. Darauf soll sie ausgerufen haben: „OVater! O Schöpfer! Du weißt, daß ich diesenTod nicht verdiene. Mylords! ich klage Euch nichtan; Ihr möget hinreichenden Grund für EurenVerdacht haben; aber ich bin jederzeit des Königstreue und ehrliche Gattin gewesen." — Auch überihren Bruder wurde das Todesurthcil ausgesprochen.
Craumer, diese Creatur des Königs, erklärte auf dessenVerlangen die Ehe mit Anna Bolcyn für ungültig, dieer doch früherhin als Metropolit und Richter alsgültig anerkannt hatte. Cranmer entschied endlich „nachangerufenem Namen Christi und Gott allein vorAugen habend" die zwischen Heinrich und Anna Boleyngeschloffene, gefeierte und vollzogene Ehe für null und nichtigund— scy es stets gewesen! Das Parlament billigtediese Sentenz, und die Folge davon war, daß Anna'sunmündige Tochter Elisabeth, gleich ihrer Schwester Maria,der Tochter Katharina's, als unehlich angesehen wurde.
Die kurze Frist, die der Anna Boleyn noch vergönnt war, brachtesie mit ihrem Beichtvater zu. Sie bat Lady Kyngston, sie mögein ihrem Namen, die Lady Maria knieend all das Unrecht abbit-ten, was sie ihr früherhin angethan habe. Kyngston sagte aus:
Durst'i Gesch, v. England. 11