Druckschrift 
Geschichte von England
Entstehung
Seite
154
Einzelbild herunterladen
 

154

ri'tät wurde abgeschafft und dem König die Suprematie inEngland übertragen. Darauf erklärte das Parlament die Ehezwischen Heinrich und Katharinen sür ungültig, sowiedie mit Anna sür rechtmäßig, und damit die Nachfolge gesichertwürde, schloß man dcßwcgen Katharinens Nachkommenschaft vonderselben aus. Das geringste Zeichen der'.Mißbilligung wurdesogleich, sa selbst mit dem Tode bestraft. So wurde auch Elisa-beth Barton hingcrichtct, deren Nervcnanfälle man zu Weis-sagungen benutzt hatte, indem sie den baldigen Tod deö Königsvoraus verkündete, wenn er Katharinen verstoße, und daß seineTochter den Thron besteigen würde. Man nannte sie nachherdie heilige Maid von Kent, ihr folgten noch Andere aufgleiche Weise in den Tod. So hatte sich der Bischof Fischervon Rochester gegen die Scheidung erklärt. Von diesem hoch-bejahrten, frommen Manne, dem die Gräfin von Richmond ster-bend ihren königlichen Enkel Heinrich empfohlen, und den derKönig lange Zeit wie seinen Vater verehrt hatte, sagte der König:„Kein Fürst in Europa besitzt einen Prälaten, derdiesem an Tugenden und Gelehrsamkeit gleichkommt." — Er und auch der Lordkanzler Sir ThomasMoruS sollten nun dem neuen Ehepaar den Eid der Thronfolgeleisten. Da sie sich dessen weigerten, kamen sie in den Towerund wurden ihres Vermögens beraubt.

Von den Bischöfen wurde nun ein neuer Eid verlangt, durchwelchen sie der Suprematie des Papstes abschwören sollten. DaSWort Papst sollte aus allen Religionsbüchern vertilgt und alleVerbindung mit dem päpstlichen Stuhle untersagt seyn. Beson-der» Widerstand fanden die königlich Gesinnten bei den Kloster-geistlichen. Cromw ell gab einigen Franziskanern wegen ihrerfreimüthigen Predigten einen derben Verweis und sagte: „Sieverdientenin einen Sack gesteckt und in dieThemsegeworfen zu werden." -— Ihm erwiederte der MönchPepto: „Drohet solche Dinge den reichen zärt-lichen Leuten, die in Purpur gekleidet sind, wohl-lüstig leben und ihr bestes Hoffen in dieser Welthaben. Wir achten sie nicht; wir sind freudenvoll,