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nicht ans der Hand zu lassen, und sie, sobald er sie dem Königund Wolsey vorgelesen habe, sogleich zu verbrennen.
Bei dem Streite um diese Dekrctalbulle hatte GardineS,der englische Bevollmächtigte, zugleich so viel Einwürfe gegen dieGründe gemacht, unter denen die erste Dispensation wegen Hein-richs Heirath mit Katharinen von Julius II. erthcilt wor-den war, daß beschlossen wurde, die Gültigkeit dieser Dispen-sation und zugleich die der Ehe zu untersuchen, denn man behaup-tete , sie scy erschlichen worden. Die Vollmacht hiezu erhielt derCardinal Wolsey mit Hinzuziehung eines englischen Prälaten,diese Dispensation für genügend oder für erschlichen, die Ehe fürgültig oder ungültig zu erklären und im letztem Falle die Parteienzu scheiden, und wenn es verlangt würde, ihre Kinder zu lcgiti-miren. Der König und seine Geliebte empfingen diese Nachrichtmit Freude; Wolsey aber mit Bestürzung. Daü Resultat die-ser Untersuchung wurde Gardincrn zngeschickt und ihm aufge-tragcn, zu bitten, daß ihm der erfahrenere Cardinal Campegg iobeigcsellt werde. Wolsey war anfangs der Meinung, dieScheidung könne deßwegen, weil die erste Dispensation ohneHeinrichs Wissen erthcilt worden sey, mit Recht ausgespro-chen werden. Nun sing aber Wolsey an zu schwanken, underklärte dem König, obgleich er sich zur Dankbarkeit gegen ihnverpflichtet fühle und bereit sey, Gut und Leben für ihn aufzu-opfcrn; so habe er doch noch größere Verpflichtungen gegen Gott,vor dessen Nichterstuhle er einst Rechenschaft von seinen Handlun-gen geben müsse; deßhalb scy er entschlossen, den König nichtmehr zu begünstigen, als die Gerechtigkeit erlaube, und wenn erdie Dispensation rechtsgültig befinde, „sie dafür zu erklären,was auch die Folge seyn mög e." — H einrich unterdrückteseinen Unwillen, machte aber späterhin demselben durch fürchterlicheSchmähungen Luft. Zur Aussöhnung der Parteien schickte ernun den erfahrnen Canonisten und Staatsmann nach England,welcher der Königin rathcn sollte, in ein Kloster zu gehen, sich mitVorsicht zu benehme»; die Entscheidung aber aufsedcn Fall dempäpstlichen Stuhle anheim zu stellen.
Allein ein trauriges Ereigniß verhinderte auf einige Zeit den