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In der Nabe bei Alt enstein in Thüringen kamen zweiEdellcute, Vertrante des Kurfürsten, vcrlarvt an den Wagen,rissen Luthern mit scheinbarer Gewalt aus dem Wagen, und brach-ten ihn in verstellter Kleidung nach der Wartburg.
In England wurde der Cardinal Wolfcy aufgefordert (1521),die neuen Lekrcn zu bekämpfen, und Luthers Schriften wurdenöffentlich verbrannt. König Heinrich, der sich mit theologischenUntersuchungen beschäftigte, schrieb selbst gegen den Refor-mator einen Vcrtheidigungs - Traetat der sieben Sacramente,und schickte solchen nach Nom, und erklärte sich bereitwillig, dieAnhänger dieses Ketzers mit dem Schwerte zu bekämpfen. Dafürertheilte ihm der Papst den Titel eines Beschütz ers des Glau-bens. Luther schrieb dagegen eine Schrift gegen ihn, worin erzwar des Königs zierliche Schreibart belobte, erlaubte sich abergegen den König gemeine Schimpfrcden. Heinrich beschwerte sichhierüber bei dem Kurfürsten, und auf ernstliches Begehren des Kö-nigs Christian von Dänemark mußte Luther schriftliche Ab-bitte thun. Dennoch griffcrin derselben den Cardinal vonZI orkin den ärgsten Schmähungen an, so daß Heinrich in einem Briefeabermals sich gegen ibn erklärte, worin er sagt: „Wenn manden Baum an seinen Früchten erkennt, so beweisenLuthers Leidenschaft und Gemeinheit, daß er nichtvon Gott gesendet sey; die Lehre von dem Mangelan freiem Willen und von der Zulänglichkeit desGlaubens zerstöre alle Sittlichkeit, und wider-spreche den Grundsätzen der Religion." — Hierauferklärte Luther: cs reue ihn seine Abbitte, er wolle seine Feindemit der verdienten Geißel züchtigen.
Trotz dem Edictc kehrte Luther nach Wittenberg zurück,gab dem gemeinen Manne die Bibel in die Hand, und verhießdemselben die wahre Freiheit. Allein in der Schweiz erklärtesich gegen seine Lehre ein neuer Reformator Zwingli, dem dieStädte Straßburg, Lindau, Constanz und Meiningenanhingen. Der entlaufene Priester Thomas Münzer benütztesogleich die Lehre von der Freiheit, und erregte in Deutschlandden blutigen Bauernkrieg gegen den Adel. Luther aber