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Krankheiten nnd Verluste zur Hälfte zusammengeschmolzen war,so wagte er es doch, bei dem Dorfe Azincourt eine Schlachtanzunehmen, welches nahe bei Crecy lag (1415). Mit Furchtund Hoffnung harrten die Engländer der Entscheidung. Mit letzt-willigen Verordnungen und mit Gebeten brachten sic die Nachtzu. Noch vor Sonnenaufgang versammelte der König seine Krie-ger zum Morgengebet und zur Frühmesse. Dann stellte er sie inSchlachtordnung. Beide Heere waren in drei Treffen abgetheilt,jedoch mit dem furchtbaren Unterschiede, daß die Engländer vier,die Franzosen aber dreißig Mann hoch standen. Viele von denBogenschützen, deren wildes Aussehen schreckte, hatten sich entklei-det, um sich besser bewegen zu können. Der König trug aufseinem Helm eine von Edelsteinen geschmückte Krone; sein Wap-penrock war geschmückt mit den Kronen Englands und Frankreichs.
Heinrich sprengte zuerst vor mit dem ermunternden Ruse ^Vor-wärts Banner!" — Die Krieger sielen auf die Kniee, nahmenetwas Erde in den Mund statt der heiligen Hostie, deren sie sich indiesem Augenblick nicht für würdig hielten, standen nachher auf, undstürzten sich gegen den Feind. Das erste Treffen der Franzosenmußte vor dem furchtbaren Andrang der englischen Bogen-schützen weichen. Die Pferde sprangen, getroffen von Pfeilen,wüthend vor Schmerzen umher und brachten Verwirrung in dieReihen. Dann warfen die Schützen ihre Bogen zurück auf dieSchultern, und gebrauchten nun die Schwerter und Streitäxte.Sie erschlugen den Connetable und die vornehmsten Anführer.
Beim zweiten Treffen war der Angriff noch hartnäckiger, undHeinrich schwebte einigemal in Lebensgefahr, indem der HerzogvonAlencon ihm die Krone spaltete. Doch auch dieses Treffen,sowie das dritte, wankte und wich vor dem kräftigen Hiebe derenglischen Schwerter. Am Ende dieses furchtbaren Kampfes riefKönig Heinrich den französischen Wappenkönig Montjoy zu sich,und fragte ihn: „wem der Sieg gehöre?" — „Euch,Sire," crwiederte er. — „Und wie heißt das Schloß,fragte der König weiter, welches ich dort in der Ferneerblicke?" — „Es heißt Schloß Azincourt", war dieAntwort.— „So möge denn, sprach Heinrich, die Nachwelt