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Geschichte von England
Entstehung
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zu begeben. Im Pallast des Erzbischofs zu Lambeth verbranntensie Meubeln und Papiere. Als man sie nachher theilweise in dieCity ließ, drang noch anderer Pöbel mit hinein, wo sie auch Zer-störungen anrichtctcn, nachdem sie auf Kosten der reichen Einwoh-ner sich satt gegessen und getrunken hatten. Als sie die Köpfedes Kanzlers und des Schatzmeisters verlangten, willigte der Kö-nig in ihre Forderungen. — Die Bedingniffe waren: Abschaffungder Leibeigenschaft, Herabsetzung des Grundzinses, freien Kaufund Verkauf auf allen Märkten und Verzeihung alles Vergange-nen. Dennoch bemächtigten sich Tyler und sein Genosse Strawdes Tower's, dann des Erzbischofs und des königlichen Beichtva-ters u. s. w., und sie ließen diese Gefangenen sogleich hinrichten.Sie drangen sogar in das Gemach der Prinzessin und durchwühl-ten ihr Lager. ,Sie siel in Ohnmacht, und man brachte sie sodannin Sicherheit. Als der König am andern Morgen durch Smith-sield ritt, begegnete er Tylern mit zwanzigtausend Mann Aus-rührern. Tyler ritt keck auf den König zu. Als dieser mit ihmsich in eine Unterredung einließ, spielte Tyler während des Ge-sprächs mit dem Dolche, und ergriff endlich das Pferd des Königsbeim Zügel. Doch in diesem Augenblick stieß der LordmasorWalworth, der voraus ahnete, was kommen könnte, dem Ver-räther das Schwert in den Hals. Er stürzte vom Pferde herab,und ei» königlicher Knappe gab ihm noch den Todesstoß. Daspannten Tyler's Genossen die Bogen, der junge König verloraber die Geistesgegenwart nicht und riesi: „Was thut ihr,meineMannen? Tyler war ein Verräth er. Kommtmit mir, ich will euer Führer seyn ! " — Sie folgten ihmin einer unschlüssigen Verwirrung, und als nachher tausend Ge-harnischte zum Schutze des Königs heranrückten, flehten die Em-pörer um Gnade. Viele der königlich Gesinnten baten um Er-laubniß, sie zu bestrafen; allein Richard gab solches nicht zu.Er hieß die Bittsteller heimkehren; verbot aber jedem Fremdenbei Todesstrafe, die Nacht in der Stadt zuzubringey. Auch denübrigen Empörern entsank der Muth, besonders durch das ent-schlossene kriegerische Benehmen des Bischofs von Norwich Hein-rich Spencer, der seine Leute in voller Rüstung gegen die