Eduards Partei wurde dagegen immer schwächer, ja er ver-ließ deswegen sogar London. Der ältere Spencer, ein Greisvon neunzig Jahren, kam in Bristol, welches die Königin inBesitz genommen hatte, in ihre Gewalt. Seine Feinde sättigtennun an ihm ihre Rache. Die Eingeweide wurden ihm bei leben-digem Leibe herausgcrifsen, der Körper dann an den Galgen ge-hängt, hernach in Stücken gehauen und den Hunden vorgewor-fen. Auch der jüngere Spencer kam in ihre Gewalt, woraufder König, wie cs hieß, sich freiwillig überlieferte. Spencerwurde gehenkt und mit ihm sein treuer Diener Simon vonReading.
Isabelle versammelte darauf das Parlament zu Westminster.Leider sprach der Bischof Ad am Orleton von Hereford gegendie Freilassung des Königs, und Viele andere schwiegen ausFurcht. Der junge Prinz Eduard wurde zum König erklärt,nur der Erzbischof von Jork und die Bischöfe von London, Ro-chester und Carlisle hatten den Muth, diese Ernennung zu ver-weigern, dennoch wurde der König angeklagt und abgesetzt.—Die treulose, falsche Isabelle spielte die Heuchlerin, weintevor Schmerz und sagte: daß das Parlament zu weit gegangensey, und ermahnte ihren Sohn, die Krone nicht anzunehmen.Unterdeß schickte man eine Deputation an den König, welche ihnbewegen sollte, freiwillig zu entsagen. Als er seinen Todfeind,den Bischof Orleton erblickte, sank er vor Schmerz zu Boden.Nachher erklärte er: so lange er ein Gefangener sey,kannkeineseinerHandlungenfür fr eigelten, übri-gens, was auch kommen möge, er werde Alles mitGeduld ertragen. — Seine Feinde aber sagten aus, er habesich auf das dcmüthigste allem unterworfen.
Den König behandelte man im Gefängniß sehr hart, undvergebens verlangte er nach seiner Gemahlin und nach seinenKindern, während jedoch die Geistlichkeit öffentlich auf den Kan-zeln über ihr strafbares Verhältniß zu Mortimcr sprach. DieSchloßbewohner von Berkley, wo der König gefangen saß,hörten einmal ein fürchterliches Jammergeschrei, welches aus sei-nem Gemache kam. Am andern Morgen wurden Adel und Bür-