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Winchester war erst zehn Jahre alt, als er seinen Vater ver-lor, von dem er wenig Ansehen und Macht ererbte. In Londonund in den meisten Provinzen herrschte der französische PrinzLudwig (Vlll.) säst ohne Widerspruch, der sich aber hinsichtlichseiner Landsleute parteilich zeigte. Dagegen sprachen Jugendund Unschuld für den englischen Prinzen, und wenn auch, so be-haupteten seine wenigen Anhänger, sein Vater ein Tyrann war;was hat der Prinz verwirkt, daß man ihm die Krone entreißenWolle.
Wirklich wurde Heinrich einige Tage nach dem Tode Jo-hanns im Dom zu Glocester von dem päpstlichen Legaten unddreien Bischöfen gekrönt. Seine Person vertraute man demLordmarschall Pembrvke unter dem Namen eines Reichöver-wesers an. Es wurde Vergebung alles Vergangenen, so wieauch gesetzmäßige Freiheit zugesichcrt. Da leisteten ihm Vieleden Eid der Treue. Sodann wurde eine Revision der MagnaCharta vorgcnommen, um sie mit den Ansprüchen des Königsmehr in Einklang zu bringen, und somit wurde stevomKönigebestätiget. Ueber den französischen Prinzen wurde, da derpäpstliche Legat zu Heinrichs Thronbesteigung behülflich gewesenwar, der Bann ausgesprochen. Da kam es zwischen Jenem undden königlichen Truppen zu einer Schlacht, in welcher die Geg-ner besiegt und große Beute gemacht wurde, daher man ihr denNamen Jahrmarkt von Linkoln beilegte (1217). Lei-der begingen aber die Royalisten schändliche Ausschweifungen,und Frauen und Kinder, die in den Booten ihre Rettung suchten,kamen um. Auch Ludwigs Flotte wurde geschlagen. Es kamendlich zum Frieden, in welchem Ludwig nichts erhielt als einesichere Heimreise, und mußte überdies' noch versprechen, daß,wenn er einmal zur Regierung käme, er die Normandie, Maineund Ansou an Heinrich wieder zurückgeben möchte. —
Da der junge König Heinrich keine rathgebenden Ver-wandten hatte; so erklärte sich Papst Honorius, als Lehens-herr von England, zu seinem Vormund, und der päpstliche LegatGualo stand dem Heinrich treulich zur Seite. Nach einiger Zeitheirathete Alexander von Schottland, der mit Ludwig es