55
zwei und vierzigsten Mer seines Lebens, und er wurde zu Fön-te v r a u d zu den Füßen seines Vaters begraben. Sein tapferesLöwenherz vermachte erden treuen Bürgern von Rouen. Erbesaßauch wirklich einen unbesiegbaren Löwenmuth, den selbst die Sarace-nen ehrten. Seine Lorbeeren aber waren in Blut getaucht, undseine Siege mit der Verarmung seines Volkes erkauft. Auchsein Privatleben war nicht ohne Tadel. Verdient machte er sichum sein Volk dadurch, daß er gleichförmiges Maas und Ge-wicht und die Strenge des Strandrechtes cinführte. Er hinter-ließ keine ehlichen Kinder, daher erklärte er sterbend seinen Bru-der Johann zu seinem Nachfolger. Es scheint also, daß er dieAnsprüche von Gottfrieds Sohn, des Arthurs, Herzogs vonBretagne, der erst zwölf Jahre alt war, unbeachtet ließ.
Johann ohne Land.
1199 — 1216 .
§. 36.
Philipp, König von Frankreich, gab sich das Ansehen,Arthurs Rechte zu schützen, weswegen Krieg entstand; alleiner hatte dabei seinen eigenen Vortheil im Auge, denn EnglandsBesitzungen in Frankreich betrachtete er ganz natürlich mit neidi-schen Augen. Er schlug den Arthur zum Ritter und siel in dieNormandie ein, dennoch erfolgte bald der Friede.
Johann, dieser schwache, furchtsame Regent, der schon seitzwölf Jahren mit H ad w isa oder Johanna, Erbin der Graf-schaft Glocester, vermählt war, ließ sich unter dem Vorwändenaher Verwandtschaft von ihr trennen, und vermählte sich mitJsabella, Tochter des Grasen Hadmar von Angoulemeund verlobte Braut des Hugo de la Marche. Dieß ist derGrund von dem Verfall des Hauses Plantagenet. Hugosuchte Hülfe bei dem französischen König, und dieser eroberte inFrankreich eine englische Besitzung nach der andern. Doch bekamJohann den Arthur gefangen, und suchte ihn auf dem SchlosseFontaise zu bewegen, sich seiner Ansprüche auf den englischenThron zu begeben. Arthur blieb aber standhaft. Er wurde