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1 (1843)
Entstehung
Seite
353
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gestellt wurde: Johann Philipp, ein Feind Calvin's. Der Streit

wurde immer bitterer. Die Kalvinisten wollten in den Abgeordnetennichts Anderes mehr sehen, als die von den Fremden erkauften Ver-räther, welche an der Unterdrückung Genfs arbeiteten.

Der kleine Rath lief; sich von dem Beschlüsse der General-Ver-sammlung nicht abschreckcn und führte im Stillen den Prozeß gegendie Deputaten fort. Die Unterhandelnden geriethen in Furcht undbegingen den Fehler, daß sie die Stadt verließen. Sie wurden vcr-urtheilt und die Bevölkerung stimmte stillschweigend in ihr Todesurthcilein. An einem Sonntage begegneten sich beide Parteien auf Vogcl-jchußweite. Philipp juchte einen Vorwand, um der Unverschämtheitseiner Gegner Einhalt zu thun. Der Streit begann mit Beschimpfun-gen: es fehlte noch Blut. Der erzürnte Capitän zieht seinen Degenund stoßt einen Unglücklichen, Namens Daberes, welcher keiner Parteiangehörte, in's Herz. Man schrie: auf den Molard. Der Platz istbald voll von Kämpfern: das Blut Daberes forderte Rache: man suchteden Mörder auf, der sich in den Stall des Perserthnrmeö geflüchtethatte, wo er balv entdeckt, und unter dem tobenden Geschrei einererzürnten Menge gefangen genommen wurde. Nur ein Kopf konnte sicbefriedigen, jener des Johann Philipp, der noch vor Kurzem ihrIdeal war. Die Syndici sprachen das Todesurtheil des Haupt-manns aus.

Wir Syndici, Richter des peinlichen Gerichtes dieser Stadt,haben sowohl die Anschuldigungen erwogen, die sich nach dem Bekennt-nisse des Herrn Lieutenants gegen dich Johann Philipp erhoben haben,als auch deine Antworten, welche du freiwillig vor uns ausgesprochenund mehrmal wiederholt hast, aus welchen uns erhellt und klar wird,daß du am vergangenen Sonntage eine große Anzahl Personen zumAuflauf bewegt und eine große Unruhe erregt hast, in welcher mehrereTodtschläge begangen und viele Personen verwundet worden sind: csist dicß ein Verbrechen, welches eine schwere körperliche Strafe zu-zieht. Wir haben uns deßhalb mit unfern Genossen und Mit-bürgern berathen, wie es seit Alters Gewohnheit ist, auf den Sitzenunserer Vorfahren, die heilige Schrift vor Augen, im Namen des Va-ters, des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen. Durch unserentscheidendes Urtheil, das wir dir, Johann Philipp, hier geschriebenübergeben, gebieten wir, daß man dich auf die Richtstätte des Ckam-

kiirv, t. I., p. 256.

Audin: Leten Calvin's l. Vd

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