Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
329
Einzelbild herunterladen
 

329

Und in meinem Briefe an den Herzog von Preußen habe ich ge-schrieben: Es ist mein treuer christlicher Rath, E. F. G. gehe der Sa-cramentircr müßig; denn da ist kein End Disputirens und Plauderns,sie lassen ihn nicht sagen, und hören nichts, wissen auch^ nichts zu sa-gen, und lehren auch nichts. Und E. F. G. lassen svlchs nicht mei-nen Rath sepn, als aus mir gewachsen, sondern des heiligen Geists,der aller Herzen und alle Sachen baß kennet, denn wir; dersclb hatuns solchen Rath gegeben, durch sein auscrwählt Zeug St. Paulum,T. 3, 10.11., do er spricht: Einen ketzerischen Menschen sollt du meiden,wenn er einmal oddcr zwier vermahnet ist, und sollt wissen, daß er verkehretist, und hat sein Urthcil....,. Wenns ein neu Artikel wäre, und nicht vonAnfang der heiligen christlichen Kirchen, oddcr war nicht Key allen Kirchennoch bey der ganzen Christenheit in aller Welt so einträchtiglich gehalten:wäre cs nicht so fährlich noch schrecklich, davon zu zweifeln oder dis-putiren, ob es recht sey? Nu er aber von Anfang her, und so weitdie ganze Christenheit ist, einträchtiglich gehalten ist: wer nu dranzweifelt, der thut eben so viel, als gläubct er kein christliche Kirche,und verdampt damit nicht allein die ganze heilige christliche Kirche, alseine verdampte Ketzerin, sondern auch Christum selbs mit allen Apostelnund Propheten. Auch zeugt ihr eigen Opinio Widder sie selbst, daß sieWidder einander über dem Te.rt jo uneinig sind, und schier sieben oddcrachterlei», so viel Text, so viel Rotten sind, machen, und können nichtsgewisses lehren, noch irgend ein arines Gewissen beständiglich berichten.Derhalben vermahne ich und bitt, E. F. G> wollt solche Leut' »neiden,und sie im Lande ja nicht leiden, nach dem Rath St. Pauli und desheiligen Geistes droben angezeigt. Denn E. F. G. müßen bedenken:wo sie solche Rottengcister würden zulassen und leiden, so sie cs dochwehren und Vorkommen können, würden sie ihre Gewissen gräulich be-schweren, und vielleicht nimmermehr Widder stillen können, nicht alleinder Seelen halben, die dadurch verführt und verdampet würden, welchE. F. G. wohl hätten können erhalten, sondern auch der ganzenheiligen Kirchen halben, Widder welcher so lang hergebrach-ten und allenthalben gehalten Glauben und einträchtigZcugniß etwas zu lehren gestatten, so mans wohl könnte wehren,ein unträglich Last ist des Gewissens. Ich wollt lieber nicht alleinaller Rottcngeister, sondern aller Kaiser, König und Fürsten Weisheitund Recht Widder euch lassen zeugen, denn ein Jota oder ein Tüttelder ganzen heiligen christlichen Kirchen Widder mich hörenoder sehen. Denn es ist ja nicht so zu scherzen mit Artikeln desGlaubens, von Anfang her, und so weit die Christenheit ist,