Rath, um die Zänkereien des Teufels zum Schweigen zu bringe»,müsse man trinken, essen, lustig sein; seinen Bauch und seinen Kopfversorgen: den eine» mit auserlesenen Speisen, den andern mit gutemWeine füllen: „Ein großes Glas voll Wein, sagte er, ist das besteMittel um die Sinne zu beschwichtigen, Schlaf zu gewinnen, und demTeufel zu entrinnen." 0
Der arme Weller duldete immer, und immer hob er wieder dieHände zu Luther ans, um von seinen Versuchungen frei zu werden,und Luther gab ihm nie ein anderes Nnivcrsalmittcl, als die rauschendeFreude und die Belustigung der Sinne. „Du mußt wohl bedenken,"sagte er ihm noch, „daß Gott nicht ein Gott der Traurigkeit ist, son-dern ein Gott des Trostes und der Freude, wie Christus selbst sagt:Er ist nicht ein Gott der Todten, sondern der Lebendigen. Was heißtaber leben anders, als freudig sein im Herrn. Du kannst nicht ver-hindern, daß die Vogel über deinen Kopf hinfliegen; das kannst duaber verhindern, daß sic in deine Haare Nester bauen."
Calvin spricht in mehreren seiner Schriften von dem Einflüssedes bösen Geistes auf die Schicksale der evangelischen Lehre, im-mer aber wie Luther, so daß man glauben sollte, er theileseine Schrecken, Sein theologisches System ist ganz geschaffen, den-jenigen im Voraus zu ermuthigen, der ihn hört.' Calvin lehrte,
Wenn irgcnds eine Magd mit dcm Kinde die Treppe hinauff ging, so tappete ermit den hcndcn hinach, so sagte denn das Gesinde, Hui bist du toll? Endlichkömpt Herr Jacob, der Probst von Bremen gen Magdeburg, vnd zog zu demManne zur Herberge ein, vnd wit den Geist auch hören. Der Wirth sagt, jajr solt ju wo! hören, auff den Abend ömb acht vhr, sagt er, da höret drausf, dawird er kommen. Das gescbah also, Er kam ober den Ofen, vnd warst' allesherunter, Da sagte Herr Jacob, wola» ich Hab jn gehört, wir wolle» zu Bettegehen. Es waren aber zwo Kammern neben einander, in der einen lag seineFraw, vnd die Kinder vnd Gesind, Er Jacob vnd der Wirt lagen hausten fürder Kammer, Wie Er Jacob sich nu zu Bette leget, da kömmct der Teufel, vndspielt mit jmc, vnd nimpt jmc das Deck-Bette, Da hatte Herr Jacob gcgrawct,vnd hatte fleissig gebetet, vnd war jm angst und bange gewesen, denn er hatteauff dcm boden vbcl gerumpelt und gepoltert. Letztlich kömpt er herüber zu derFrawcn, die in der einen Kammer lag, mit der sebcrzct er auch also, leufft einstjrcm Bette daher, wie eitel Nattenmcnsc. Da er nn nicht wil auffhören, da istdas Weib her, vnd wendet den Arss zum Bette hinaus, vnd lest jmc einen Vortz(mit züchten zn reden) vnd schriebt, Siehe da Teufel, da hast» einen Stab, dennun in deine Hand, vnd gehe darmit Walfahrt ge» Nom zu deinem Agott demBapst, vnd hole dir Ablas von jme, Spottet also noch des Teufels dazu. Nachdcm bliebe der Teufel mit seinem Poltern aussen." Tischreden S. 290.
1) stlilii oporlnnum cssvl contra tvntnlioiies rcmeckinm, sortis kausluzgni soinnuin inckuceret.
2) An H. Weller. 19. Juni 15Z0. Op. >VeIIor, p, 204,