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von denen er das Manuscript an den Buchdrucker Wendelin oder anMichel in Gens verkaufte. Wendclin war ein Buchhändler, wie manwenige trifft; er rechnete nicht mit seinen Autoren, bezahlte ihre Werkesplendid, wenn auch der Name des Autors auf der Messe in Frank-furt unbekannt war. Er kaufte die ganze Ausgabe der paulinischenCommentare, uud zwar viel theurer, als Calvin hoffte; ausser demKaufpreis, auf den er nie mehr eine Rechnung machte, gab er demAutor eine grosse Anzahl Eremplarc, welche dieser verkaufte oder durchseine Freunde verkaufen lies;. — Farcl war damit beauftragt, diesel-ben anzubringen.
Man findet in den nachgelassenen Briefen Calvins einige inte-ressante Details über diesen Gegenstand; so unter Andcrm einen eigen-händigen Brief vom 27. Juli, an den Prediger von Neufchatel.
„Nichts Neues hat sich zugetragen, seit dem du von hier weg bist:ausser daß an dem Tage deiner Abreise, ungefähr drei Stunden nachdeiner Abfahrt die Scholarchcn mir mein Gehalt erhöhen wollten.Doch schlug das fehl: also bin ich um nichts reicher geworden. Wennsich jemand findet, der meine Bücher kaufen will, so magst du sie ver-kaufen, aber nicht um einen geringem Preis, als um 10 Batzen oder9 zum wenigsten, wenn nicht vielleicht Einer eine grosse Anzahl nimmt.Dann kannst du sie auch für 8 gehen lassen: der Transport hat schonviel gekostet, und wird noch viel kosten, ehe sie zu dir kommen werden. s>
Die Schriften Catvin's fanden mit Ausnahme der „christlichenUnterweisung" wenig Theilnahme. Die Humanisten schenkten dem Ver-fasser Anerkennung wegen seines Lateins, seines Ausdrucks, welcherguten Autoren nachgebildet war, wegen seiner Schreibart, die wederder Klarheit noch Zierlichkeit entbehrte; man warf ihm aber vor, erhabe nicht, wie Luther, in den kleinsten Satz Poesie und Beredsamkeitzu legen verstanden. In Basel glaubte man immer im Jahre 1521zu stehen, im Beginne des theologischen Streites, als nvthwcndig einMönch in den Disput gezogen werden und auf beide Backen geschla-gen werden musste, zum Gelächter der Bürger und der Schüler. In-dem Calvin den Mönch verwarf, brachte er sieb um eine mächtigeSympathie. In Ermangelung der Mönche, die so zu sagen aus derMode gekommen waren, hätte man es in der Schweiz und in Deutsch-land gerne gesehen, dass Calvin sich des Teufels bedient hätte, um dieHalsstarrigkeit der Papisten zu erklären; Niemand konnte begreifen, wie
1) lulii l-M. Klss. Oon