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Subtilitäten weit hinweg werfen muß, welche nichts andres sind, alsleere bildliche Ausdrücke, und daß cs ihm viel lieber ist, wenn sie vonunbefangener Einfalt begleitet und geeignet sind, die Kinder Gottes zu >erbauen, die sich nicht mit der Schale begnügen, sondern auch denKern begehren. Die Früchte, welche meine übrigen Auslegungen derSchrift getragen haben, freuen mich so, daß ich den Rest meines Lebensmit ähnlichen Arbeiten zubringen will."
Er macht cs bisweilen seinem Meister nach, und lästert wie Lu-ther die heiligsten Namen des alten und neuen Testaments.
In der elften Rede über die Geschichte Jobs klagt er diesen Pa-triarchen an, „er sei wankelmüthig, murre gegen Gott, ärgere sich,er habe gestrauchelt, gewankt und nachgegeben, er sei undankbar gegenGott, er gebe sich so sehr seinen Leidenschaften hin, daß er sich derGnaden nicht mehr erinnere, die er von Gott empfangen habe undfluche dem Herrn. — In der zwölften Rede fügt er hinzu und sagtvon Job: „Was sagst du, es gebe keinen Unterschied zwischen Gutenund Bösen? Der Tod mache Allem ein Ende? Du sprichst hier wieein Ungläubiger, welcher nie erkannt hat, was Gott ist und die Re-ligion."
Von David hatte er in seiner „Unterweisung" gesagt:
„Man möchte ihn einen verzweifelten Menschen nennen, der nichtsAnderes wünscht, als in seinem Laster zu faulen, damit er die HandGottes nicht sehe."
Mit Ausnahme des Buches der Richter, Ruth, Samuels, der Kö-nige, der Sprüchwörter, Esther, Noemi, Esdras, des hohen Liedes,Ecclesiastes und der geheimen Offenbarung, commentirte Calvin dieganze heilige Schrift. „Diese Wahl ist auch charakteristisch," sagt mitRecht Paul Henry, „und zeigt deutlich, wie Calvins Geist sich nichtvon dem Aeußerlichen, Historischen angezogen fühlt, sondern weit mehrvon den Werken, die den Kern des Glaubens enthalten." Esscheint, daß er später in höherem Alter seine Arbeit vollenden und dieAnnalen der heiligen Bücher in sein exegetisches Examen cinschließenwollte. Josuc sollte seine letzte Arbeit sein. Er verschmähte die katho-lische Schule nicht immer, und Scaliger erkannte, daß die Arbeit überDaniel, bewunderungswürdig in ihrer Verbindung, in ihren schönsten
1) Inst. I. 3, clr. 2. §. IN.
2) Die Genfer Bibeln fl. Samuel. 21, 2, in der Anmerkung) klagen Daviv derLüge an.
3) Paul Henry. B. 1. S. 347.