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1 (1843)
Entstehung
Seite
293
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hatte demnach auch die lange Auseinandersetzung des paulinischen Brie-ses von Melanchthon nicht gelesen? Er hatte sich also im Geiste nichtzu jenen Disputationen der sächsischen Schule versetzt, welche über denfreien Willen gehalten wurden? Niemand hatte ihm also ein Exemplar desAugsburger Bekenntnisses geliehen, in welchem das protestantische Deutsch-land den Jrrthum seines ersten Apostels laut bekannte und in der Er-klärung der menschlichen Handlungen mit den Ansichten der Katholikensympathisirte!

Fahren wir weiter fort.

Der Apostel hat gesagt: Vostram galutem Ojieramini. Gibt eseinen bestimmteren, klareren, einleuchtenderen Ausspruch? Gibt es einefestere Erklärung des freien Willens? Wirke dein Heil, sagt Pauluszu dem Menschen, durch den Glauben oder durch das Werk, wie esCalvin auffaszt, aber vermöge deines Jchs, deiner ungebundenen Frei-willigkeit, wie man zu dem physischen Menschen sagt: geh! Wennnun der Lehrer der Heiden zu dem Sclaven, der an einen Stein ge-fesselt wäre, sagen würde: Steh auf und geh, würde der Sklave wohlantworten: Löse mir zuvor meine Kette, sonst kann ich deine Redefür nichts als einen Spott über mein Unglück halten! Und doch

fand Calvin ein Mittel, seiner Lehre einen so mächtigen Text anzube-quemen, und wir wollen sehen, auf welche Weise:

Ich behaupte, salutom bezeichne hier den ganzen Zusammenhangunserer Berufung, die Vollziehung alles dessen durch Gott selbst, wozuer uns durch freie Wahl bestimmt hat." Das ist keine Antwort.Das heißt eine Erklärung geben, die selbst einen langen Commentarnöthig hätte: das ist eine armselige, unvernünftige Exegese, die über-dieß noch ganz unverständlich ist, wovon wir darin einen Beweis haben,daß das Auge Melanchthons in dem paulinischen Verse durchaus nichtfinden konnte, was das Auge Calvins aus demselben heraus las. Unddoch war nach dem Zeugnisse aller protestantischen Richter, Melanch-thon ein viel erleuchteterer Mann als Calvin.

Es gibt hier übrigens förmliche Subtilitäten, welche Calvin nachdieser schönen Erklärung, die er an die Spitze seines Commcntars überdie kleinen Propheten stellte, hätte verwerfen müssen:Wenn mir Gotteinige Geschicklichkeit zur Auslegung der Schrift gegeben hat, so weißich auch sehr gut, mit welcher Treue und welchem Fleiße ich all die

I) 8slutem pro toto vocationis nostrao cursu sccipi, et koe nomine eom-prelicmli, omni» quituis Deus, esm scl <ju»m nos ßratuils su» eiee-tiono «lestinavit, perlectioncm iwplet,