Partieen von dem heiligen Hieronymus eingegeben sei. Er that vielleichtwohl daran, daß er die geheime Offenbarung nicht beachtete; wir kön-nen aber nicht in das Urthcil Scaligers cinstimmen, welches er über dieApocalypse des heiligen Johannes fällt, indem er sagt, sie sei so eun-kel, daß man die Absicht ressen nicht ergründen könne, der sie geschrie-ben habe und deren Berfasser wahrhaft unwissend sei in dem, was dieErfahrung erforrrc.
In unfern Tagen ist die Apocalypse wieder zu Ruhm und Ehrengekommen, seitdem die protestantische Schule zu der Einsicht kam, daßRom der Sitz res Teufels unv der Papst der Antichrist sei.
Die Exegese wurde in Deutschland auf verschiedene Weise bear-beitet. Die sächsische Schule, welche Luther und Melanchthon als ihreMeister anerkannte, ist beinahe ganz metaphysisch; die Genfer Schule,reren Haupt Calvin ist, mehr philosophisch. In ihren Schriftbcleuch-tungen, in ihren kleinen Glossen, Scholien und Nötchen sucht die säch-sische Schule den Grund des katholischen Gebäudes zu untergraben: sicläugnet den größten Theil der Wahrheiten, welche durch die Traditionausgestellt wurden. Sie hatte keine andere Wahl: In der Zeit, inwelcher Wittenberg Altäre haben wollte, konnte cs dieselben nur aufden Trümmern unseres Eultus errichten. Als es in Deutschland Schuttgenug gab, um eine Predigerkanzcl daraus zu bauen, setzten die säch-sischen Reformatoren ihre Exegese fort; aber beinahe immer zum An-griffe der Lehre, die vor ihnen da war. Nach dieser Form richtetensich Luther, Melanchthon, Musculus, Ehytreus, Bugenhagen; sie be-quemen sich an diesen strengen Styl, diesen Schulmeister - Ernst, diesespruchreiche Bitterkeit, diesen heftigen Zorn, den ihr auch in ihren klein-sten Arbeiten findet, und von den: sich nicht einmal Philippus, der vonNatur doch so gut war, ganz frei halten konnte. Bugenhagen undinsbesondre Musculus haben immer mit ihrer Professorenmine ihrAuge auf eine Bibel gerichtet: mit ihrer affectirten Abneigung gegenden König des Syllogismus führen sie ihre Beweise immerfort in derArt des Aristoteles. Jbr dürfet deßhalb in ihren Eommcntaren jenen
tj 0 qunrn llslvinus den« itsseguilur mentem proptelsrum! nemo melius!Lslvinus omuium optime in Il.inielem scripsil, secl omnia tiausit exli. Uieronvmo. Lcslizerisns secuncls.
2) vsläe milii proliMur l!,ilvini non minus ui'tmns qusm pruäens ors-Uo, qui cle liltro .Vpocslipsoos sentontium logalus ingenuo responciit,se penitus ignoraee guicl velil tam obsui-us seriptor, qui qualigsue tue-rit, uoncium constsl inter ei uäilos. Loclin, cit. Lsvle.
4) L Luropa protsstsnte. Cr. Xll. p. 21.