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1 (1843)
Entstehung
Seite
289
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XXIII. Kapitel.

Brief an die Nömer. 15 LS.

Character der sächsischen Eregcse. Luther. Mclanchthon. Die katholischeSchule, wie sie die Hermeneutik förderte. Die Epistel an die Römer vonCalvin commcntirt. Würdigung dieses Werkes. Beispiele von mehre-ren Paulinischen Stellen, wclcke der Reformator verdrehte. Sei» exegetischesSystem. Von den Abgründen, in welche seine Ercgese führt.

Der Kampf des Protestantismus gegen den Katholicismus wurdeanfänglich nur auf dem Felde der Dogmatik geführt. Als die sächsischeKirche triumphirte, mußte sie sich bestreben, die Lehre zu verbreiten,mit welcher sie gesiegt zu haben behauptete. Sie mußte beweisen, daßdie Schrift durch die katholische Schule verderbt oder entstellt wordensei. Damals machte sich die Reformation mit unglaublichem Eifer da-ran, das alte und neue Testament zu commentiren. Die Postillen Lu-thers, förmliche Dorfprcdigten, enthalten verschiedene Auslegungen desheiligen Textes. Diese Postillen sind nicht für Gelehrte, sondern füreinfältige Gemüther bestimmt, welche das Wort Gottes auffassen, ohnenach dessen Weiser Anordnung oder Unergründlichkeit zu forschen. Luthercommentirte einige Psalmen Davids mit einem unaussprechlich poeti-schen Gefühl, und mischte seinen Beleidigungen gegen die Papisten überallden Zorn gegen die Mönche, und Lästerungen gegen den römischenHof bei. Als Vater, Gatte und Lehrer weiß er zu bewegen, zu rührenund zu beherrschen. Er kannte die Sprache der Schrift so wohl, daßeinige seiner Schriften in Italien ohne Name des Autors unter demBeifalle der Katholiken verbreitet wurden. Er hatte Sorge getragen,seine Gesichter schneidende Maske, seine Hörner und seine Ruthe ab-zulegen, und alle Welt war getäuscht. Es war ein protestantischer

> j Vorgerii sänot. in CM. Unvrol. llc»n,ie. 1539.Audi»: Leben Ealdin's I. Bd.

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