Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
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276
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Der Spruch, Ime est eorpus meum, ist ganz und vollkommen,der Herr hat sich desselben an einem andern Orte bedient, ohne desSacraments zu erwähnen. Das Fürwort Iwe ist mit einem großenBuchstaben H geschrieben. Ein großer Buchstabe bezeichnet den An-fang eines Satzes. Diese Worte wurden zu den Worten des Abend-mahls eingeschoben, wie man bisweilen verschiedene Sätze einschaltet,wobei sedoch der Sinn unverändert bleibt. Es war gut, daß die In-terpreten das griechische Fürwort rovro gelassen haben, und daß sie esunter das lateinische mengten und also sagten -rovro, Iwe est cor^usmeum. Man hatte damals erkannt, was das Wort rouro bedeute: esist ein griechisches Fürwort, welches ein sächliches Wort anzeigt. Daslateinische Wort zmnis ist männlich, also kann ihm das Fürwort ronrunicht entsprechen und es kann die Ansicht derjenigen, welche sagen, dasBrod sei der Leib Christi, nicht bestärken, denn die griechische Redens-art gestattet ebenso wenig, als die lateinische: istuä pauis est corpusmeum. Ich für meine Person habe immer gedacht, Christus habeauf seinen Leib gezeigt und gesagt: dieß hier ist mein Leib, der füreuch hingegeben wird. Christus zeigt nämlich nicht auf das Brod undsagt nicht: das Brod ist mein Leib, und Diejenigen, welche sagen, dasBrod ist der Leib Jesu Christi, die lügen. Die Worte: I>oe est eor-j)U8 meum czuocl Iiobis troclstui-, sind im Anfang und am Ende vonPunkten eingeschlossen, wodurch angezeigt wird, daß der Sinn wedermit dem Borausgehenden noch mit dem Nachfolgenden zusammenhängig,sondern unterschieden und getrennt ist. Daraus erhellt die Nothwen-digkeit, daß man zugeben muß, Christus habe bei den Worten: dießist mein Leib, auf seinen Leib und nicht auf das Brod gezeigt....Ich für meine Person habe auch einen ebenso geringen Glauben daran,daß Jesus Christus an mehreren Orten leiblich gegenwärtig sein soll,als ich glaube, die heilige Anna habe fünf Köpfe gehabt und das arme,unschuldige Kind, von dem in ganz Deutschland die Rede ging, sei miteinem zwölf Ellen langen Bart aus die Welt gekommen."

Carlstadt war ein Archidiacon Wittenbergs, ein schlechter Hebräist,der zur großen Freude der sächsischen Kirche zuerst ein Weib genom-men hatte; er war der Sccundant Luther's bei der Disputation inLeipzig und rühmte sich, das Geheimniß des großen eucharistischen My-steriums von einem vertrauten Geiste erfahren zu haben, der ihm er-

1) Lsrlstsclt. in llisl. äs Loens.

2) Ck mnocentem inlantem llsduisse barbsm änoäocim cubitis prolixsw.