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1 (1843)
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austheilt. Der Professor von Wittenberg wußte, daß sich mit den Vor-stellungen des Volkes nicht ungestraft spassen lasse: der Schatten Mün-zers trat unaufhörlich vor seine Augen, um ihm zu bemessen, daßder fanatischen Seele, welche siegen will, nichts zu theuer sei, selbstnicht das Opfer des Lebens. Auch sah er ein, daß bei jeder neuenLehre, welche auftauchtc, eine neue Ruine zu beweinen lei und eshatte sich auf seiner Laufbahn zu viel Schutt aufgehäuft, als daß erfrohen Muthcs immerfort denselben Weg hätte gehen mögen. Am Endeseiner Laufbahn hätte er sein Auge mit dem Anblicke der materiellenWiederaufbauung des Eultus erfreuen mögen. Er suchte vor seinemTode eine Symbolik aufzusetzcn, die auf fühlbare Formen gegründet seinsollte, zur Nahrung des Geistes und der Einbildungskraft. Er wünschteein Pricftcrthum einzuführen, welches nach dem katholischen Priester-thume gebildet wäre, das seine geistliche Herrschaft, seine Päpste, Prie-ster und Altäre hat.

Melanchthon konnte dem Reichstage von Hagenau, welcher im Junil 540 eröffnet wurde, nicht beiwohnen. Er war krank in Weimar zu-rückgeblieben. Ealvin hatte Straßburg verlassen, um den Konferenzenbeizuwohnen. Seine Nolle konnte nur eine untergeordnete sein. Mangestand ihm Wissenschaft, Geschicklichkeit und List zu, aber keinen Schat-ten von Beredsamkeit. Er war kein Mann für große Versammlungen:sein Wort war nicht geschaffen, die Gcmüther zu rühren. Er warerst seit kurzer Zeit in die Bewegungen des religiösen Lebens getretenund hatte von Menschen wie von Sachen ganz falsche Ansichten. Ineinem Schreiben an Heinrich de Taillis zeigt er eine völlige Unkennt-niß der Rollen, welche man in Deutschland spielen wollte.

Die Absicht der Gegner ist, ihr Bündniß zu stärken und dasunsere zu schwächen; aber man hofft, daß sich das Blatt wenden werde.Was auch geschehen möge: die Unfern suchen so viel es in ihren Kräf-ten steht, das Reich Christi zu vermehren und sind entschlossen, nichtzu weichen. Wir wissen nun nicht, was der Herr uns senden will.Ein Thcil unserer Gegner will nichts als den Krieg. Der Kaiser(Karl V.) ist in einer so verwickelten Lage, daß er nichts zu unter-nehmen wagt. Der Papst verhehlt nicht, daß er sich dafür verwende,denn er ließ durch seinen Botschafter dreimal hundert tausend Dukatenanbieten, damit man beginnen sollte. Wenn a"c diejenigen, die unsereReligion noch nicht angenommen haben, Übereinkommen würden, uns anzu- >greifen, würde der Kaiser ohne Anstand seinen Namen dazu hergcben, waskeinen andern Zweck haben könnte, als daß die Kräfte Deutschlandsgebrochen würden, damit man cs bequemer im Zaume halten könnte.