das Fatum der Heiden ist, oder das Glück der Christen; es ist eineNothwendigkeit, die ich eine freiwillige nennen mochte, weil sie denmenschlichen Willen zum Vater hat, der die Sünde mit vollkommenerZustimmung angenommen und sich zum Sklaven derselben gemacht hat."
Gerhard konnte es nicht mehr aushalten: sein Angesicht füllte sichmit satanischem Lächeln, er drehte sein Glas in der Hand, erhob seineSchultern, stampfte mit dem Fusze und wiederholte so die ergötzlicheMimik, welche Luther dem Doctor Eck zuschreibt, der Carlstadtanhörte.
„Genug," wiederholte er, „ihr habt die Bänke unserer Schulenverbrannt, habt ein Freudenfeuer von unfern Summarien angezündetund dies; nur, um ein Kauderwelsch zu sprechen, dessen sich unsre Möncheschon längst vor Luther's Ankunft nicht mehr bedient haben. Welch einpossierliches Wunder ist euere freiwillige Nothwendigkeit! Welch einenärrische Figur ist euere freie Creatur in den Fesseln der Sünde! Möch-tet ihr mir denn nicht sagen, welches der Beweggrund oder die Trieb-feder bei dem Menschen ist, der von eueren Händen gemacht ist, dennich glaube nicht, das; er von Gott geschaffen ist?"
„Sprichst du von einem Verworfenen, oder von einem Auser-wählten?"
„Von einem Verworfenen und von einem Auserwählten."
„Bei dem Verworfenen ist es die Lüsternheit oder die sinnlicheLust, die ihn antreibt. Der durch seinen Willen zum Bösen geneigteMensch, ist von der ganzen Macht des Fleisches hingerissen; er über-läßt sich dem Guten, weil er durch den Geist aus eine sanfte Weise ge-leitet wird. Bei dem Auserwählten heisst diese ganz materielle Ergötzungdie Gnade, eine süsse Anmuth, die uns zu Gott hinzicht, vermögeder Lockung jener Glückseligkeiten, die uns Gott verheißt, wie der hei-lige Johannes sagt: nos sä ipsum amanckum ot expotsmtum proe-miorum ckuleotliiio voluit. Inst. Iil>. 2, e. 8. Betrachtet den KönigSaul; was zieht ihn zum Herrn hin? Ist es nicht die Milde undGüte des Schöpfers?"
„Aber diese Gnade oder Ergötzung, wie ihr euch ausdrückt, würdenicht immer wirksam sein!"
1)
2 )3)
roluiitkiiie tcimetr peccut, guis liommem ickeo Minus roluiitiirie pec^care (licet guock sit peccsuclo neeessitati otmvxius? Inst. lil). II. e. 3. n. gOuis voluntss cum liliera esset servsm se peccsti weit. —veleetstioue et proprio rippetitu movetur.
l t Ileum -imaret liouitatis ejus ckulceckine cspleliiitur. Inst. tili,c. 12, u. 12.
III.