„Du sprichst wie ein rechter Thomist; sie kann im Gegentheil nurwirksam sein: „Wer immer von meinem Vater gehört hat, kommt zumir." Hat dich nicht der Herr gesagt? woraus folgt, daß die (innere)Lust nothwendig den Glauben erzeugt."
„Du entstellst den Text," sagte Gerhard. „Wenn es wahr ist,was Erasmus gesagt hat, daß euere Brüder noch keinen hinkenden Gaulzu heilen vermochten, so muß man gestehen, daß sie mehr als einmalwie hier den Text verstümmelt haben, der ganz gerade ging."
„Man liest im heiligen Johannes, K. 6. V. 45., oimüs quisudivit a patre et didicit vonit »4 me." Hier findet eine doppelteWirkung statt: der Schöpfer gibt seine Gnade, das Geschöpf nimmt siean: „omnis gui audivit a partre," das ist die Gabe der Gnade, „etdidicit," das ist die Thätigkeit des freien Willens; der Vater offenbartsich, das Kind hört ihn an. Was du aber auch thust, werde ich dievolle Macht meines Beweises aufstellen und dir sagen: wenn ich einSünder oder Verworfener bin, flieht mich die Gnade, weil ich mit demSiegel der Verdammniß bezeichnet bin, ich habe eine Entschuldigunganzuführen, ich konnte nicht anders, würde ich zu deinem Gotte sagen,wenn er mich vor sein Angesicht riefe."
„Mein Gott würde dir aber sehr schnell zur Antwort geben:Israel, worüber klagst du? Woher kommt dieses Unvermögen im Gu-ten anders, als von deinem unreinen Wesen; und wer anders hatdieses Wesen so gestaltet, als deine Sünde? 0 Nun laß mich dir dieganze Einrichtung des calvinischen Systems erklären."
Als Gott den Menschen erschuf, sah er den Fall Adams die ganzeEwigkeit vorher. Ans seinen Nachkommen suchte er eine kleine Anzahlaus, und diese nennt der Apostel die Auserwähltcn des Herrn für dieewige Glückseligkeit; die klebrigen bestimmte Gott für eine endlose Ver-werfung, und so bewährt das Heil der Seligen seine Barmherzigkeitund der Fall der Verdammten seine Gerechtigkeit. Er hat dem erstenMenschen, der gefallen ist, seine Gnade entzogen: er wollte nur dieAuserwählten selig machen; für sie allein kam er auf die Erde, für sieallein wurde er gekreuzigt und starb. Das Blut, welches das Fleischgewordene Wort vergossen hat, ist das Unterpfand des Heils der Aus-erwählten: die in dieses Blut ausgegofsene Gnade kann nicht verloren
l) 8i guis cum eo disceplare velit et lioc praotexlu sudicium subter-tugere, guia aliter non potuit, liallet paralam resjmnsionem: perditiotua Israel. linde enim isla impotentia, nisi ex naturae vitiositste?linde porro vitiositss, nisi yuod komo deluit a suo vpilice. Inst. lid. 4.
Audin: ?eb<n CawIn'S !. Dd, 17