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die Thomisten, Donatisten, Lombardistcn und Papisten nie verstandenhaben. Niemand ist wahrhaft frei, als Gott. Satan ist nicht freierals Absolon, Judas oder Achab. Wenn Satan erscheint, ist es Gott,der ihm ruft. Wenn er abgeht, schnell wie der Blitz, so ist es Gott,der ihm die Feuerflügel gegeben hat. Wenn der Sünder erliegt, istes Gott, der ihn in den Abgrund treibt und stürzt. *) Ich habe dirschon gesagt, daß Gott den Adam für die Sünde vorherbestimmte, zuseiner Verherrlichung: für die Verherrlichung Gottes, verstehst du wohl?Ich habe dir auch gesagt, daß Gott in unscrm Stammvater und inseinen Nachkommen den himmlischen Strahl, mit dem seine Stirne ge-krönt war, ausgelöscht habe. Anstatt dieses göttlichen Strahles gaber ihm die Unreinigkeit, die Ohnmacht, die Eitelkeit und die ganzeSchaar verderbter Flecken, welche ich die Begierlichkeit nenne, das Loosder Ereatur auf Erden. ^) Aus dieser Begierlichkeit ist die Sünde ge-boren wie die Made aus dem Kothe, der Moder aus der Gährung."
„Meister, halte inne. Ist dicß eine neue Lehre, die du unsbringst, ähnlich derjenigen, welche Johannes in der Wüste, oder derSohn Gottes in Juda verkündete; oder hast du sie in irgend einerschmutzigen Cloake des Ketzerthums aufgcrafft?"
„Das ist eine neue Lehre, die ich verkünde. Meister Johann bekenntzwar, das Dogma vom freien Willen sei in der Kirche des Orients und in derKirche des Occidents angenommen gewesen; was soll aber die Stimme eurerVäter, Lehrer, Päpste gelten? Es gibt keinen freien Willen im Menschennach dem Sinne der katholischen Schule: der Mensch ist eine Frucht derSünde, er kann nichts als Früchte des Todes Hervorbringen; seinWille wurde nach dem Falle Adams mit einer diamantenen Kette ge-fesselt, er gleicht dem schlechten Baume, der nothwendig schlechte Früchtebringt."
„Also ist der Mensch ein eingefleischter Sklave?"
„Tu irrst dich; du gehst zu weit. Wie Gott das Gute nothwendig thut,ohne daß er aufhört, frei zu sein; wie Satan, der keine andre Macht hat, als dieMachtdcs Bösen, freiwillig sündigt, so handelt der Mensch, der an die Sündegefesselt ist, nicht weniger freiwillig?) Diese Nothwcndigkeit ist nicht das, was
ls kn eo oblitersM kui! eovleslis ilnago. Ins!. 2, cag. I, n. 3.
2) Ins!. 2, c. 1. n. 4 e! 7.
-1) I.iderwlo »Iiclicütriw. vnIunMtem ckico Necessitnto in Inslum vel !><ibi,vkl cluci. Ins!. lig. II. e. 3, n. 5.
4) si über,im voi voIunMIem in ngencko nnn iknpeckit gnock necesse
es!, illuin bene sgere; si clisbolus guia non nisi mal« sgere gotes!,